True Grit


True Grit - Paramount PicturesUSA 2010

Regie und Buch: Joel Coen, Ethan Coen

nach einem Roman von Charles Portis

Kamera: Roger Deakins

Darsteller: Jeff Bridges, Matt Damon, Hallee Steinfeld, Josh Brolin

Gelungenes Western-Remake der Gebrüder Coen, bei dem ein dreizehnjähriges Mädchen die eigentliche Entdeckung ist: Hallee Steinfeld

Vor 41 Jahren lief die Geschichte schon einmal, damals mit John Wayne, er bekam dafür den einzigen Oscar seiner Karriere und der Film hieß „Der Marshal“. Regie führte Henry Hathaway.

Im Gegensatz dazu halten sich Joel und Ethan Coen bei ihrer Wiederverfilmung des Romans von Charles Portis mehr an die Originalvorlage. Heraus kam ein Film, der ganz dem Western-Genre entspricht, allerdings ohne die strikte moralische Aufteilung in Gut und Böse.

Und sie haben mit Jeff Bridges als Marshal Reuben „Rooster“ Cogburn einen Hauptdarsteller gefunden, der von seiner letzten, oscarpreisgekrönten Rolle in „Crazy Heart“ den abgehalfterten, versoffenen Antihelden schon darstellerisch verinnerlicht hat. In „True Grit“ spielt er den abgewrackten Marshal und Revolverhelden wieder gänzlich unprätentiös und überzeugend.

In der Geschichte geht es um Rache und Vergeltung. Ein Mann wird kaltblütig erschossen und dessen junge Tochter Mattie Ross (Hallee Steinfeld) sucht den Marshal Reuben „Rooster“ Cogburn auf, um mit ihm den Mörder Tom Chaney (Josh Brolin) zu verfolgen und zu stellen – gegen eine Prämie von 100 Dollar. Cogburn will erst alleine die Verfolgung aufnehmen, ihm schließt sich das Großmaul LaBoeuf an, ein Texas Ranger, der wegen eines anderen Delikts von Chaney an einer Kopfprämie interessiert ist. Mattie wollen sie nicht mitnehmen, aber durch ihre selbtbewußte, kesse und couragierte Art, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als klein beizugeben. Der Rachefeldzug beginnt …

„Tru Grit“ ist ein klassischer Western, ohne die übliche Ironie der Coen-Brüder. Im Vorgänger „Der Marshal“ persiflierte der große Western-Star John Wayne sich selbst, aber Held blieb trotzdem Held.

Die Coen-Version, die visuell stark beeindruckt, ist eher der traurige Abgesang auf moralisch-ethische Haltungen. Am Ende weiß man nicht, wer eigentlich der wirklich Böse ist. Und der, in den alten Western hochgehaltene Mythos verschwindet von der Bildfläche. Jeder der Protagonisten muß schließlich seinen Preis zahlen. Hervorgehoben wird diese Haltung durch die karge, blass fotografierte Landschaft, die restlos ausgedörrt erscheint. Die Bilder stammen aus Texas, während der Vorgänger in farblich reizvolleren Gebieten von Colorado gedreht wurde.

Aber die eigentliche Gewinnerin von „True Grit“ ist die dreizehnjährige Hallee Steinfeld, die mit ihrem unbedarft starken Auftritt eher für den weiblichen Hauptdarsteller-Oscar hätte nominiert werden sollen und nicht für die beste Nebenrolle. Beeindruckend.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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