Black Swan


USA 2010

Regie: Darren Aronofski

Buch: Mark Heyman, Andrès Heinz, John McLaughlin

Kamera: Joseph Cicio

Darsteller: Natalie Portman, Vincent Cassel, Barbara Hershey, Mila Kunis, Winona Ryder

Natalie Portman läuft bzw. tanzt in Darren Aronofski’s „Black Swan“ zur Höchstform auf. Verdienter Lohn: Der Oscar

Man muß kein Ballettfan sein, um von diesem Film gefesselt zu werden. Denn es herrscht eine Spannung darin, die einen frösteln läßt. Es geht um die innere Zerissenheit im Kampf um Perfektion, die eine Ballerina in die Tragödie führt.

Der Schwan in „Black Swan“ hat eine weiße und schwarze Seite

Eine Strawinski-Neuinszenierung von „Schwanensee“ ist beim New York City Ballett in Vorbereitung. Ballettmeister Thomas (Vincent Cassel) möchte die weiß-schwarze Doppelrolle – der weiße und der schwarze Schwan – mit nur einer Tänzerin bestzen. Sie muß Eleganz mit Leidenschaft und Sinnlichkeit verbinden. Nina (Natalie Portman) reißt sich um diese Rolle, die den Höhepunkt in einer Tanzkarriere bedeutet. Und irgendwann ist eine Tänzerin zu alt dafür, deshalb reißt Nina sich um diese Rolle und setzt alles daran, sie zu bekommen. Ihr Chef mag die Eleganz in ihren Ausführungen, das leidenschaftliche vermißt er dagegen bei ihr.

„Black Swan“ ist die Leidensgeschichte eines Körpers und der Psyche

Nina beherrscht zwar die Technik, ist fleißig, trainiert äußerst hart, bis die Füße blutig werden. Diese Schinderei des Körpers, die Kamera immer nah dran, hat Regisseur Aronofski schon in „The Wrestler“ mit Mickey Rourke gezeigt. Immer den Körper hinhalten – bis zum äußersten. Der ganz große Erfolg ist das Ziel.

Für Ihre Mutter (Barbara Hershey) auch. Sie hat eigens für ihre Tochter die persönliche Tanz-Karriere aufgegeben und will Nina zu Höchstleistungen trimmen. Die Ballerina ist durch den Druck von zu Hause und in der Ballett-Compagnie schon derart seelisch deformiert, daß sie zu allem bereit ist. Ihr Choreograph provoziert sie zunehmend, indem er sich über ihre Asexualität lustig macht. Sie solle doch zu Hause masturbieren. Lily (Mila Kunis), eine neue Konkurrentin wird in die Compagnie aufgenommen, die schon äußerlich mit dunklerem Teint verführerischer aussieht und ebenfalls auf die Doppelrolle scharf ist.

„Black Swan“ entwickelt sich zu einem Horrortrip

Nina kommt psychisch immer mehr ins Trudeln. Allmählich treibt sie dem Wahn entgegen, sieht nur noch Konkurrenten, wehrt sich gegen ihre Übermutter, leidet unter Verfolgungswahn kämpft gegen ihre Selbstzweifel und will unbedingt Primaballerina werden.

Schonungslos entwickelt sich die Geschichte zu einem Horrortrip. Darren Aronofski schont dabei weder seine Darsteller noch die Zuschauer. Nina als bisheriger Engel weckt den Teufel in sich und kehrt ihre dunkle Seite heraus – bis sie ihre Grenzen überschritten hat…

Natalie Portman ist als Schauspielerin ebenfalls über sich hinausgewachsen. Ein Jahr hat sie Ballett trainiert, hat abgemagert, sich intensiv auf die Rolle vorbeitet, hat alles gegeben. Alleine wegen ihrer grandiosen Leistung – Oscargekrönt – lohnt sich der Kinobesuch.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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