US-Schauspieler Philip Seymour Hoffman ist tot


Der amerikanische Schauspieler Philip Seymour Hoffman ist am 2. Februar tot in seiner New Yorker Wohnung aufgefunden worden. Eine Injektionsnadel soll  noch im Arm gesteckt haben. Wahrscheinlich Heroin. Nur ganze 46 Jahre ist er alt geworden, hat sich aber in der Zeit als äußerst wandelfähiger  Charakterdarsteller im Film und auf der Bühne einen Namen machen können. Der Höhepunkt: 2006 erhielt er einen Oscar als bester Hauptdarsteller für „Capote“.

Philip Seymor Hoffman

Philip Seymour Hoffman

Am 23. Juli 1967 kam Philip Seymour Hoffman in Fairport/New York State zur Welt. Sport interessierte ihn als Schüler. Außerdem  fiel er bei Schultheateraufführungen auf und studierte dann Fine Arts mit dem Bachelor-Abschluß in New York City.

Deshalb wurde die Bühne seine Welt und schließlich der Film. Lange wurde er nur für Nebenrollen besetzt, so in „The Big Lebowski“, „Der Duft der Frauen“, „Der talentierte Mr. Ripley“, „When A Man Loves A Woman“, „Happiness“, „Magnolia“, „Almost Famous“.  Mit „Boogie Nights“ sorgte Hoffman für seinen entgültigen Durchbruch.

Was ihn ausmachte, war seine Wandelbarkeit. Besonders den einsamen, frustrierten, unterwürfigen oder perversen Typen, den Außenseitern,  verlieh er die notwendige Glaubwürdigkeit. Seelische Defizite und Konflikte, Neurosen, Psychosen und dergleichen vermochte er seinen Figuren fulminant einzuhauchen. Er konnte die verrücktesten und gebrochensten Figuren spielen und tief in ihre Abgründe schauen lassen.

Philip Seymour Hoffman als Truman Capote auf dem Plakat "Capote"

Philip Seymour Hoffman als Truman Capote auf dem Plakat „Capote“ Sony Pictures

Das prädistinierte Philip Semour Hoffman für entsprechende Hauptrollen. Vor acht Jahren war es dann soweit. Er bekam die Rolle des Truman Capote in „Capote“, einer filmischen Umsetzung des dokumentarischen Romans „Kaltblütig“ des New Yorker Schriftstellers und die Entstehungsgeschichte dazu. Das ungewöhnliche manieristische Verhalten des Autors hat Hoffman glänzend vermittelt. Für die Darstellung dieses Neurotikers bekam der Mime einen Oscar. Als er dann im Kassenschlager „Mission Impossible 3“ auftrat, bewies er gleichzeitig sein müheloses Wechseln zwischen Independent- und Kommerzfilm.

Er konnte eben alles spielen – Hauptsache die Qualität stimmte. Es konnte auch eine schräge Komödie wie „Radio Rock Revolution“ oder „Punch Drunk Love“ sein. Dann wieder Thriller wie „Tödliche Entscheidung“, die Dramen „Die Geschwister Savage“, „Saiten des Lebens“, „The Master“ und der Politthriller „Die Iden des März“.

Den Platz hinter der Kamera probierte Hoffman ebenfalls aus. Mit der Theateradaption „Jack In Love“ lieferte er sein Debüt als Regisseur. Auf die Bühne zog es ihn immer wieder mal zurück. So glänzte der Schauspieler im „Tod eines Handlungsreisenden“.

Hoffman glänzte weniger im Umgang mit seiner Heroinsucht. Das war die wahre Tragik in seinem Leben. Er versuchte immer wieder davon loszukommen, unterzog sich mehreren Entzugsmaßnahmen. Offensichtlich hat er es doch nicht geschafft.

Er hinterläßt seine Frau Mimi O’Donnell, zwei Töchter und einen Sohn.

Heinz-Jürgen Rippert

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