Die zwei Gesichter des Januars


 

Die zwei Gesichter des Januars - Studiocanal

Die zwei Gesichter des Januars – Studiocanal

Der Reiz, Bestseller-Romane von Patricia Highsmith zu verfilmen, ist nach wie vor sehr groß.

Mit „Die zwei Gesichter des Januar“ hat der bisherige Drehbuchautor Hossein Amini jetzt sein Regie-Debüt vorgelegt. Highsmith-Stoffe kreisen immer um zwiespältige Figuren, die von Gier, Falschheit und Skrupellosigkeit angetrieben werden. Hier sind es ein zwielichtiger Finanzhai samt Ehefrau und ein hinterlistiger junger Stadtführer, der sich in die Ehefrau verliebt. Dann gibt es einen Toten. Ort der Handlung: Griechenland. Herausragende Protagonisten: Viggo Mortensen, Oscar Isaac und Kirsten Dunst.

OT: The Two Faces of January

Großbritannien/Frankreich/USA 2014

Buch + Regie: Hossein Amini

Darsteller: Viggo Mortensen, Kirstin Dunst, Oscar Isaac, Daisy Bevan, Omiros Poulakis, David Warshofsky, James Sobol Kelly

Länge: 96 Minuten

Verleih: Studiocanal

Kinostart: 29. Mai 2014

1962. Die Geschichte spielt in Griechenland. Als Kulisse dient natürlich das klassische Kulturerbe – ein idealer Ort für Tragödien. Ausgangspunkt ist die Akropolis in Athen. Ein elegant gekleidetes, amerikanisches Ehepaar genießt die Szenerie. Es handelt sich um Colette und Chester MacFarland (Kirsten Dunst, Viggo Mortensen), denen ein junger Touristenführer auffällt, der mit einer adretten Amerikanerin flirtet, sie aber gleichzeitig um einige Dollar erleichtert. Ein kleiner, charmanter Betrüger, ebenfalls aus den USA, mit dem die MacFarlands ins Gespräch kommen und ihn samt seiner Begleiterin Laureen (Daisy Bevan) zum Essen einladen. Man ist sich offensichtlich sympathisch und neugierig aufeinander.

Besonders Colette übt zunehmend eine Faszination auf Rydal Keener (Oscar Isaac) aus und das erste gemeinsame Essen im Hotel zeigt schon Anzeichen eines Konkurrenzverhaltens der beiden Männer. Nur ist es nicht alleine der Beginn eines fatalen Dreiecksverhältnisses, sondern eine spürbare Seelenverwandtschaft zwischen Rydal und Chester, die noch am selben Abend in eine reale Komplizenschaft mündet. Da kommt ein Toter ins Spiel, ein Detektiv, wie es danach in der Zeitung steht. Chester hat den Tod dieses Mannes, der ihn im Hotel aufgesucht hat, durch eine Rauferei unabsichtlich verschuldet, ist offensichtlich aber in tiefe Schuld verstrickt. Rydal hilft ihm trotzdem, sich der Leiche zu entledigen.

Er will diesem Geheimnis auf die Spur kommen, das Chester umgibt. Sie müssen nun gemeinsam flüchten, sind voneinander abhängig, flüchten nach Knossos auf Kreta, der mythologischen Heimat des Minotauros, wo sich die Lage dramatisch zuspitzt. Der Showdown ist nahe.

Zwielichtige, vielschichtige Figuren sind Rydal und Chester, undurchsichtig und abgründig. Oscar Isaac und Viggo Mortensen richten sich in diesen komplexen Rollen bestens ein, Charaktere, denen sie gewachsen sind. Nur Kirsten Dunst kommt über die Rolle als Femme fatale nicht hinaus. Die Kleidung ist passenderweise exquisit und stilecht, das mediterrane, lichtdurchflutete Ambiente wirkt optisch eindringlich als Gegenpol zu den düsteren Charakteren. Ein überaus eleganter und spannender Noir-Thriller ist so entstanden.

Heinz-Jürgen Rippert

 

 

 

 

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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