Love & Engineering


 

Love&Engineering - Filmtank

Love&Engineering – Filmtank

Informatiker und die Last mit der Liebe. Ihnen haftet bekanntlich das Klischee an, besser mit Computerprogrammen als mit Frauen umgehen zu können. Um die Situation zu klären und nach Möglichkeiten zu suchen, aus diesem Dilemma herauszukommen, startet ein äußerst ungewöhnliches Forschungsprojekt an der Technischen Universität von Helsinki. Der Dokumentarfilmer Tonislav Hristov, der zuerst Maschinenbau studierte, begleitet das Projekt

Deutschland/Finnland/Bulgarien 2014

Buch + Regie: Tonislav Hristov

Teilnehmer: Atanas Boyev, Todor Vlaev, Tuomas Nieminen, Andon Nikolov, Markus Virtanen

Länge: 84 Minuten

Verleih: Filmtank

Kinostart: 5. Juni 2014

Informatiker glauben bekanntlich, Probleme lösen zu können, man muß nur die richtigen Algorithmen einsetzen. In der Liebe scheint das offensichtlich nicht so zu funktionieren. Also kam dem promovierten Ingenieur Atana Boyev von der Technischen Universität Helsinki die Idee, ein Forschungsprojekt daraus zu machen. Vier Single-Nerds sind bereit, mitzumachen. Gesucht: Ein Algorithmus für die Liebe.

Projektleiter Atana Boyev hat allen etwas voraus. Er lebt schon seit zwei Jahren glücklich mit einer Frau zusammen. Maßgeblich für diesen Erfolg soll eine bestimmte Glücksformel gewesen sein, die er entwickelt hat. Dementsprechend scheint er prädistiniert für diese Aufgabe. Die Probanten haben ebenfalls beruflich mit Computern zu tun. Freunde bzw. Freundinnen kennen die Technikgläubigen aber nur von Facebook. In einer Bar, Kneipe oder einem Cafe sind sie aufgeschmissen. Dafür kommen jetzt ein paar (reale) weibliche Lockvögel ins Spiel und es kann losgehen.

Es folgen Interviews, Flirtübungen, arrangierte Blind Dates, Speed Datings, und all das wird gemessen und ausgewertet. Wo ist der Liebes-Algorithmus? Wirklich kein leichtes Unterfangen. Wie sieht das ersehnte Ding aus? Für Daten-und Technik-Freaks eine ernsthafte Frage. Wo bis jetzt noch nichts ist, muß weiter optimiert werden. Der gegenwärtige Zwang schlechthin. Und wie sieht das eigentlich mit den chemischen Prozessen im Menschen aus.

Das klingt alles sehr nüchtern, ist es auch im Film – aber auch witzig. Nur wird diese Nüchternheit zu wenig durchbrochen. Erhellend und lebendig sind die Szenen bei Antana zu Hause. Das Ehepaar und „die“ Glücksformel? Da hat der Herr Ingenieur wohl zu sehr aufgetragen. Und das, obwohl er stottert. Leben und lieben – das können sich logisch denkende Computer-Freaks kaum vorstellen – ist ein Teil unserer menschlichen Natur. Vielleicht ist das noch zu einfach für die eifrigen Nerds.Wer weiß? Schließlich sind es keine Computer-Probleme. Man kann nur hoffen, daß alle Beteiligten und Kino-Besucher den Film – wie das Leben – mehr mit Humor zu nehmen wissen, oder es zumindest lernen. „Hacken“ wie eine Datei kann man eine Frau eben nicht. Aber Frauen könnten einen Mann durchaus ebenfalls „hacken“. Antana läßt nicht locker.

Heinz-Jürgen Rippert

 

 

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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