Rico, Oskar und die Tieferschatten


 

Rico, Oskar und die Tieferschatten - Fox Deutschland

Rico, Oskar und die Tieferschatten – Fox Deutschland

Pfiffig und naiv ist er ja. Der kleine Rico bezeichnet sich als tiefbegabt und findet einen Freund namens Oskar, der sich eher als hochbegabt sieht und ständig einen Schutzhelm trägt, weil er über die aktuellen Unfallzahlen informiert ist. Und die sind besorgniserregend. Die beiden werden Freunde und müssen einigen Gefahren im Berlin-Kreuzberger Kiez bestehen. Erfrischende, wunderbare Verfilmung von Andreas Steinhöfels Kinderbuch-Bestseller. Regie führte die hoffnungsvolle Newcomerin Neele Leana Vollmar.

Deutschland 2014

Regie: Neele Leana Vollmar

Buch: Andreas Bradler, Klaus Döring, Christian Lerch nach dem Kinderbuch-Bestseller von Andreas Steinhoefel

Darsteller: Anton Petzold, Juri Winkler, Karoline Herfurth, Ronald Zehrfeld, Ursula Monn, David Kross, Axel Prahl, Milan Peschel, Anke Engelke

Länge: 96 Minuten

Verleih: Fox Deutschland

Kinostart: 10. Juli 2014

Der Kiez in Berlin-Kreuzberg kommt lebensecht und bunt daher und mitten drin zwei kleine Stepkes. Rico (Anton Petzold) lebt mit seiner Mutter (Karoline Herfurth) zusammen und behauptet tiefbegabt zu sein. Mit seinen kleinen Handikaps – links und rechts geraten durcheinander, seine Gedanken ebenso – kommt er eigentlich gut zurecht, dank eines Diktiergerätes, mit dem er alles festhält, was ihm wichtig erscheint. So kann er das später nachgucken. Das macht er übrigens auch gerne bei den Nachbarn. Mit Frau Dahling (Ursula Monn) beispielsweise, verfolgt er Liebesfilme im Fernsehen, Fitzke (Milan Peschel) hat sich immer noch nicht richtig gewaschen. Simon Westbühl (Ronals Zehrfeld) – sehr sympathisch – hält Ricos Mutter für die „schärfste Schnitte“, die sie seit langem gesehen hat. Einzig der unwirsche Marrak (Axel Prahl) ist ihm nicht ganz geheuer.

Zufällig freundet sich Rico mit dem hochbegabten Oskar (Juri Winkler) an, der ständig einen Schutzhelm trägt – wegen der großen Unfallgefahr. Die Zahlen hat er im Kopf, ein Fahrrad fährt er dagegen nicht. Zwei ganz unterschiedliche Stepkes, die aber prima miteinander auskommen. Zwei bunte Farbtupfer im Kiez. Doch irgendetwas unheimliches geht in der Nachbarschaft vor. Rico hat nämlich entdeckt, daß es in einem Hinterhaus spuken muß – mit nächtlichen Schatten, die sich dort bewegen. Der Junge nennt sie Tieferschatten. Und dann treibt noch ein Kidnapper, der jedesmal kleine Summen für entführte Kinder verlangt, in der Stadt sein Unwesen. Er wird wegen seiner merkwürdigen Forderungen „Schnäppchen-Entführer“ und „Aldi-Entführer“ genannnt. Schließlich verschwindet Oskar… und Rico wächst über sich hinaus.

Beim Casting haben die Filmemacher um Regisseurin Neele Leana Vollmar ins Schwarze getroffen. Die kleinen Helden Anton Petzold und Juri Winkler verbinden ohne große Mühe Pfiffigkeit und unfreiwillige Komik mit einer gewissen Bodenständigkeit. Den erwachsenen Darstellern macht es sichtlich Spaß, ihre kleinen Auftritte funkeln zu lassen, etwa Anke Engelke als Eisverkäuferin, die von Rico und Oskar fast in den Wahnsinn getrieben wird. Vollmar hat sich hat sich ziemlich eng an Steinhoefels Vorlage gehalten und einen Film geschaffen, der spannend, witzig und klug ist – von wegen kleine Handicaps behindern den Umgang mit dem Leben. Eine Berlin-Studie ganz anderer Art, die Jung und Alt gleichermaßen begeistern wird.

Heinz-Jürgen Rippert

 

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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