Maps To The Stars


Maps To The Stars - Mfa

Maps To The Stars – Mfa

Es gab schon einige satirisch gefärbte Filme über die Traumfabrik Hollywood, etwa Robert Altmans „The Player“ oder Billy Wilders Klassiker „Sunset Boulevard“. David Cronenberg hat nun einen Film vorgelegt, der an Bissigkeit und Gnadenlosigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Glänzend besetzt mit Evan Bird als boshafter 13jähriger Jungstar nach erstem Drogenentzug, Julianne Moore als durchgeknallte Alt-Diva und John Cusack als publicity-geiler Prominenten-Therapeut.

OT: Maps To The Stars

Kanada/USA/Deutschland/Frankreich 2014

Regie: David Cronenberg

Buch: Bruce Wagner

Darsteller: Julianne Moore, Robert Pattinson, Evan Bird, John Cusack, Mia Walikowska, Carrie Fisher, Olivia Williams

Länge: 111 Minuten

Verleih: Mfa

Kinostart: 11. September 2014

Sie werden alle von irgendetwas verfolgt oder jagen hinter etwas her, die Figuren in David Cronenbergs Hollywood-Satire „Maps To The Stars“. Der kanadische Regisseur kann sich das auch erlauben, ist er gewissermaßen ein Beobachter von außen, der innere Konflikte seiner Protagonisten in der Traumstadt Kaliforniens bestens sezieren kann. Da geht es um eine merkwürdige Familie mit Psycho-Guru (John Cusack) als Vater, Ehefrau Cristina als skrupellose Förderin von Söhnchen und Jungstar Benjie (Evan Bird), der mit seinen 13 Jahren schon den ersten Drogenentzug hinter sich hat. Und da ist noch die verstoßene Tochter Agatha (Mia Walikowska), der eine finstere Tat anhängt, und die jetzt – nach Jahren in der Psychiatrie – wieder Kontakt mit ihrer Familie sucht.

Dann ist da noch die alternde Diva Havana (Julianne Moore), die verzweifelt einem Comeback hinterher läuft. Sie ist besessen von dem Gedanken, die große Rolle, die ihre Mutter einst spielte, selbst noch einmal zu spielen, um damit wieder mitten ins Rampenlicht der Öffentlichkeit katapultiert zu werden. Havana läßt sich diesbezüglich von Psychotherpeuten-Guru beraten und nimmt dafür recht abenteuerliche Sitzungen in Kauf. Mutig, wie Julianne Moore diese schwere Rolle anpackt. Der Lohn: Auszeichnung als beste Darstellerin in Cannes.

Agatha wiederum, die wie ein blasses Gespenst durch die Gegend geistert, sucht die Nähe von Havana. Es gelingt ihr, einen Job als Hausmädchen und Assistentin bei der hochneurotischen Diva zu ergattern. Vielleicht ein Tor zu mehr. Sie hofft es vielleicht.

Dann ist da noch ein Jung-Chauffeur, verkörpert von Tom Pattinson, der sich eigentlich als Schauspieler sieht, sich aber erstmal mit prominenten Mimen herumärgern muß. Manchmal scheint sein Job ihm auch Vergnügen zu bereiten.

Die Handlung wird gegen Ende noch bissiger, Abgründe lauern und fordern ihre Opfer. Tragik und Gnadenlosigkeit stellen sich ein. Jeder Anflug von Humor bleibt einem im Halse stecken. Und die Geister, die gerufen wurden, lassen keinen mehr los, sind bei Cronenberg das, was existenzielle Angst hervorbringt.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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