Arteholic


Arteholic - Camino Filmverleih

Arteholic – Camino Filmverleih

Udo Kier ist einer der Schauspieler, der stets durch seine markanten Nebenrollen besticht. Der boshafte, durchdringende Blick des gebürtigen Kölners ist in Europa wie Amerika sein Markenzeichen geworden und in mehr als 200 Filmen dokumentiert. Daß der Mime auch ein großer und kenntnisreicher Kunstliebhaber ist, hat jetzt Hermann Vaske in „Arteholic“ visualisiert. Kunst nicht als Selbstzweck, sondern als fester Bestandteil des Lebens.

Deutschland 2014

Buch + Regie: Hermann Vaske

Mit: Udo Kier, Lars von Trier, Rosemarie Trockel, Udo Kittelmann

Länge: 82 Minuten

Verleih: Camino

Kinostart: 16. Oktober 2014

70 Jahre wird er jetzt, und hat das Bedürfnis, seine große Liebe zur Kunst der Öffentlichkeit nahe zu bringen. Udo Kier, der in Köln geborene Schauspieler, der überwiegend in Palm Springs /Kalifornien lebt, hat sich durch kleine Auftritte und Rollen in der internationalen Filmszene einen Namen gemacht. Oft reicht schon ein kurzer Ausschnitt seiner Mimik, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, und der besticht durch tiefe Abgründigkeit, haarsträubende Boshaftigkeit oder schillernde Rätselhaftigkeit.

Seine Beziehung zur Kunst, seine Besessenheit, dürfte vielen neu sein. Aber Sammeln – so Kier im O-Ton – gehörte in seinem Leben als Kriegskind schon immer dazu. Frühe Kontakte zu Andy Warhol, David Hockney und Sigmar Polke, seine vielen Reisen mit Stippvisiten in den jeweiligen Kunstmuseen – all das was er sich dann im Laufe seiner Filmkarriere leisten konnte, formte seine Persönlichkeit in Sachen Kunstverstand. Neugierde und – das ist vielleicht das wichtigste – die Neigung zur Selbstinszenierung bildet die Basis seines Kunst(freund)lebens. Ein Gesamtkunstwerk führt Kunstwerke vor.

Filmemacher Hermann Vaske hat das wie selbstverständlich umgesetzt in seiner Dokumentation. Udo Kier klappert „seine“ Museen ab: Museum Ludwig Köln, Bonner Kunstmuseum, Centre Pompidou Paris, Frankfurter Städel, Hamburger Bahnhof Berlin und zuletzt das Lousiana Museum bei Kopenhagen. Immer wieder wird der Trip durch Interviews, Gespräche, etwa mit Lars von Trier – eigentlich lesen die Beiden Zeitung – und vielen Zitaten aufgelockert. Dem Kinobesucher sollten daher Museumsbesuche nicht unvertraut sein, ein allgemeines Interesse an Malerei und sonstigen bildenden Künsten könnte natürlich ebenfalls nicht schaden. Vor allem sollte er Vergnügen am Spiel mit Image und Klischees des weltbekannten deutschen Mimen finden können.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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