Wie schreibt man Liebe?


Wie schreibt man Liebe? - Constantin Film

Wie schreibt man Liebe? – Constantin Film

Auch wenn Hugh Grant in die Jahre kommt, die Erfolge der letzten Dekade etwas dünner geworden sind, hat er immer noch eines: seinen Charme. Damit kann der Brite nach wie vor punkten. Und wenn das Umfeld, das gesamte Casting stimmt, kommt wieder mal eine typische Hugh-Grant-Komödie zustande. Diesmal als früherer, erfolgreicher Drehbuch-Autor, den es an eine Provinz-Universität verschlägt, mit der Aufgabe, jungen Studenten diesen Job beizubringen. Er will nicht, aber er muß, denn er ist pleite, steckt mitten in einer Midlifecrisis.

OT: The Rewrite

USA 2014

Buch + Regie: Marc Lawrence

Darsteller: Hugh Grant, Marisa Tomei, J.K. Simmons, Allison Janney, Aja Naomi King, Bella Heathcote

Länge: 106 Minuten

Verleih: Constantin Film

Kinostart: 13. November 2014

Vor fünfzehn Jahren war er mal etwas in Hollywood, ein oscargekrönter Drehbuchautor. Jetzt ist Keith Michaels (Hugh Grant) pleite, hat nichts erfolgversprechendes in der Schublade und kann froh sein, daß seine Agentin ihn immerhin nach Binghamton an der Ostküste schickt. Dort soll er am College Kurse im Drehbuch-Schreiben geben. Und dort regnet es vorwiegend. Shocking.

Das ist eigentlich nichts mit Glamour, aber Zeit, um nebenbei ein erfolgreiches Drehbuch verfassen zu können, müßte vorhanden sein. Hat Keith sich so gedacht. Mit seinem Charme macht er – wer hätte das gedacht – natürlich schüchterne und schmachtene Studentinnen an. Und nimmt auch gleich Karen (Bella Heathcote) mit nach Hause. Das gibt Ärger mit der strengen Kollegin in Gestalt von Professor Mary Weldon (Allison Janney), einer Jane-Austen-Expertin. Sie droht mit Rauswurf und einem Verfahren vor dem Ethikrat der Uni.

Schließlich taucht Holly, eine spätberufene Studentin und Mutter, auf. Sie wird von Marisa Tomei verkörpert und ist mit ihren über 40 Jahren so gar nicht ein typisches Objekt der Begierde von Keith. Ausgerechnet sie verdreht dem Schlawiner gewaltig den Kopf. Das distanziert-blasierte Gehabe eines Hugh Grant wird immer blasser – er verändert sich allmählich. Mehr Wärme schimmert durch, der Dozenten-Job ist auf einmal auch nicht mehr so lächerlich und er kommt langsam vom hohen Roß herunter. Midlifecrisis? War da was?

Wir bekommen, daß was wir eigentlich nur wollen: Eine leichte und amüsante Hugh-Grant-Komödie. Keinen Kitsch, kein übertriebenes Getue, keine aufgemotzten Sprüche, dafür Humor mit einem gesunden Maß an Ironie – auch bei Nebendarstellern wie J.K. Simmons als Fakultätschef Harold Lerner. Es paßt alles zusammen, das Casting stimmt und die Dramaturgie steuert das Geschehen geschickt und gut getimt. Regisseur/Autor Marc Lawrence hat übrigens selbst in Binghamton, New York studiert und dort seine Frau kennengelernt – eine gute Voraussetzung, um in dieser – abgesehen vom vielen Regen – netten, grünen Kleinstadt eine nette Geschichte zu drehen.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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