Wiedersehen mit Brundibar


Wiedersehen mit Brundibar - Wilder Süden Filmverleih

Wiedersehen mit Brundibar – Wilder Süden Filmverleih

Die Kinderoper „Brundibar“, die nach der Prager Uraufführung 1941 in einem jüdischen Waisenhaus, von den Nazis mißbraucht und im KZ Theresienstadt der Welt präsentiert wurde, ist kaum bekannt. Lange Zeit galt das Werk als unauffindbar. Nach 70 Jahren ist es zufällig aufgetaucht und der deutsche Regisseur Douglas Wolfsperger kam auf die Idee, einen zeit- und generationsübergreifenden Dokumentarfilm daraus zu machen. Eine wichtige Zeitzeugin – Greta Klingsberg – die als Kind an damaligen Aufführungen beteiligt war, konnte für das Film-Projekt gewonnen werden

Deutschland 2014

Buch + Regie: Douglas Wolfsperger

Länge: 88 Minuten

Verleih: Wilder Süden

Kinostart: 4. Dezember 2014

Dies ist der Versuch einer Vergangenheitsbeschäftigung ganz anderer Art. Douglas Wolfsperger hat ein Jugendtheater-Projekt der Berliner Schaubühne mit der Kamera beobachtet, das junge Leute an ein Stück nahezu unbekannter NS-Geschichte heranführt. Es handelt sich um eine Kinderoper, die von dem tschechischen Komponisten Hans Krása und dem Librettisten Adolf Hoffmeister stammt. Das war 1938 in Prag, wo das Werk dann 1941 in einem jüdischen Waisenhaus uraufgeführt wurde: „Brundibar“.

Die Nazis haben „Brunibar“ schon kurze Zeit später für perfide Propagandazwecke mißbraucht. Im KZ Theresienstadt wurde die Oper mehrfach von Kindern gespielt und für den abstoßenden Propagandafilm „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“ in Szene gesetzt. Dabei wußten die Kinder, daß es immer ihre letzter Auftritt gewesen sein konnte. Fast alle kamen bis Kriegsende in Auschwitz ums Leben – mit ihnen der Schöpfer von „Brundibar“, Hans Krása.

Eine der wenigen Überlebenden dieses Grauens ist Greta Klingsberg. Die heute 85jährige lebt in Israel. Und die gebürtige Wienerin war bereit nach Berlin zu kommen, mit dem Mut, die Theater-Gruppe auf einer Vorbereitungsfahrt für das Stück nach Theresienstadt zu begleiten. Ihr Charisma, hat den Jugendlichen – alle zwischen 17 und 19 Jahren – und aus schwierigen Verhältnissen kommend, ebenfalls Mut vermittelt, sich auf lebendige und lebhafte Weise mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Es ist das erste Mal, daß sie eine Überlebende des Holocaust kennenlernen, eine die sich sogar freut, etwas weitergeben zu können. Theater-Projekt-Gründerin Uta Plate sei Dank.

So entsteht mit dem Theater- und Film-Projekt eine Chance, die irgendwann nicht mehr vorhanden sein wird. Die Chance, einen menschlichen Prozeß in Gang zu bringen, der Jugendlichen Orientierung und Anregung geben kann, sich aktuellen Problemen der Diskriminierung und Ausgrenzung zu stellen. Daraus sind Freundschaften zwischen Greta Klingsberg und Teilnehmern der Theatergruppe entstanden, und das Interesse am derzeitigen Lebensumfeld der rüstigen, alten Dame war geweckt. Annika und Ikra sind nach Jerusalem geflogen, um sie zu besuchen.

Heinz-Jürgen Rippert

Advertisements

Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s