Afrika – Das magische Königreich


Afrika - Das magische Königreich - Constantin Film Verleih

Afrika – Das magische Königreich – Constantin Film Verleih

Afrika ist immer einen (Tier-)Film wert. Und da technische Möglichkeiten enorm fortgeschritten sind, hat sich die BBC wieder einmal auf eine Reise quer durch den Kontinent gemacht und kam mit opulenten Bildern zurück. Ein Bilderrausch mit atemberaubenden Landschaften, fotogensten Tieren, spektakulären Kameraeinstellungen und alles in 3D.

OT: Enchanted Kingdom 3D

Großbritannien 2013

Regie: Patrick Morris, Neil Nightingale

Deutscher Sprecher: Christian Brückner

Länge: 88 Minuten

Verleih: Constantin Film Verleih

Kinostart: 5. März 2015

Afrika ist groß, und wenn die Kinoleinwand auch groß ist, steht einer opulenten Reise in die großartige Natur des Kontinents nichts im Wege. Das Team um die Regisseure Patrick Morris und Neil Nightinggale von BBC Earth Films hat in 573 Drehtagen 13 Länder mit 20 unterschiedlichen Tierarten besucht, um sie in der 3D-Technik zu filmen und neu zu präsentieren. Super-Zeitraffer und Super-Zeitlupe gehören natürlich zu dieser technischen Perfektion dazu, nicht zu vergessen, Helikopter- und Drohnenaufnahmen.

Afrika 1

Berggorillas hautnah in den mit Regenwäldern bewachsenen Höhen Zaires, Ruandas und Ugandas. Zwergflamingos im durch Geysire erhitzen Bogoriasee, der zum Ostafrikanischen Graben gehört. Ein Wüstenchamäleon in der heißen Namibwüste, auf der Jagd nach dort raren Insekten. Die Zwergpuffotter, auch in der Namibwüste, die sich unter der Sandoberfläche eingräbt, um potentiellen Opfern aufzulauern. Eine Düneneidechse mit rhythmischen Fähigkeiten oder anders ausgedrückt, sie hebt jeweils ein oder zwei Füße an, um sich im heißen Sand nicht zu verbrennen.

Afrika2Alles imposante Natureindrücke, die Highlights jedoch sind Aufnahmen über den Victoria-Wasserfällen des Sambesi. Dafür haben die Tierfilmer extra Stahlseile über die Bruchkante gespannt, an denen eine Kamera hin und her fahren kann.

Afrika3Alles für einen opulenten Augenschmaus, der einen weiteren Höhepunkt bei der Jagd von Nilkrokodilen auf Gnus gefunden hat. Gnus müssen auf ihren periodischen Wanderungen den Fluß jeweils überwinden, auch wenn die Tiere ahnen, was unter der Wasseroberfläche lauert. Man sieht die Angst in ihren Augen – die Kamera ist nah dran. Das plötzliche Zupacken der Krokodile hat man schon oft gesehen, weil es so spektakulär ist. Hier wird es noch perfekter und spannender präsentiert.

Afrika4jpgNur – wo sich diese Naturschauspiele mit all ihren Dramen genau in Afrika abspielen, kann man nur ahnen, es sei denn, man ist vom Fach. Kindern – dieser Zielgruppe sei der Film natürlich ans Herz gelegt – müssen die Eltern eben die geographischen Hintergründe hinterher erklären. Ach ja, Menschen leben auch in Afrika. Es sind dennoch keine zu sehen. Warum? Es bleiben viele Fragen offen.

Afrika5Die ganze Problematik Mensch–Natur bleibt ausgeklammert: Die Bodenschatzsuche und deren Ausbeutung – das wird die letzten Berggorillas vernichten, Öl wird dort vermutet. Straßenbau durch Nationalparks – wie in der Serengeti geplant. Elefantenwilderei – weil das weiße Naturgut in Ostasien mit Gold aufgewogen wird. Die Zahl der tanzenden Zwergflamingos hat enorm abgenommen. Und die wichtige Frage, wie die einheimische Bevölkerung am Artenschutz existentiell beteiligt werden kann.

Afrika6jpgSo bleibt dieser bunte, unzweifelhaft schön anzusehende Dokumentarfilm eine opulente Naturoper. Oh ja, sie lohnt schon einen Familienausflug ins Kino. Aber – das gehört ja gerade zu einer Oper: die Musik, die sollte der Zuschauer hier in ein Ohr hinein- und gleich durch das andere Ohr hinaustönen lassen. Patrick Doyles bombastischer Orchestersound ist fehl am Platz. Den teilweise albernen Off-Kommentar – deutsche Stimme: Christian Brückner – hätte man sich vorher auch mal genauer ansehen müssen.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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