Winnetous Sohn


Winnetous Sohn - Weltkino

Winnetous Sohn – Weltkino

Die Karl-May-Festspiele suchen einen neuen Darsteller für Winnetous Sohn. Ein 10jähriger Junge will die Rolle unbedingt haben und fängt an, eifrig für das Casting zu trainieren. Dabei sieht er gar nicht aus wie ein Häuptlings-Sohn. Er ist dick, trägt Brille und ist gänzlich unsportlich. Aber er wünscht sich so sehr, daß seine Eltern wieder zusammenfinden und als Häuptling könnte er es schaffen. Der erste Streifen aus der neuen Reihe „Der besondere Kinderfilm“, der in die Kinos kommt

Deutschland 2015

Regie: André Erkau

Buch: Thomas Brinx, Anja Kömmerling

Darsteller: Lorenzo Germeno, Tristan Göbel, Uwe Ochsenknecht, Armin Rohde, Christoph Letkowski, Alice Dwyer, Tyron Ricketts

Länge: 91 Minuten

Verleih: Weltkino

Kinostart: 9. April 2015

Er ist dick, rothaarig, Brillenträger und total unsportlich, eher ein Anti-Indianer. Innerlich dagegen ist der 1ojährige Max überzeugter Indianer – sogar ein Häuptling und schwärmt für Winnetou. Sein Traum ist, bei den Karl-May-Festspielen mitzumachen und dadurch seine getrennt lebenden Eltern wieder zusammenzubringen. Dazu müßte er natürlich erstmal das Casting für Winnetous Sohn erfolgreich überstehen, denn die Rolle ist derzeit vakant. Wenn er über seinen Schatten springen könnte, dann könnten es seine Eltern auch. Davon ist der Junge überzeugt.

Max erinnert sich gerne an die gemeinsamen Besuche der Karl-May-Festspiele. Da waren sie noch eine ganze Familie. Derzeit kann er sich glücklich schätzen, daß er wenigstens zwei hilfsbereite Freunde und Unterstützer gefunden hat: Evi, die Leiterin eines kleinen Kinder-Indianercamps, die ihn ermutigt, die großen Hürden zu nehmen und Morten, ein gleichaltriger Junge, der eigentlich Indianer ziemlich dämlich findet. Es dauert eine Zeit, bis der menschenscheue Einzelgänger auftaut und für Max tatkräftig eintritt.

Das ist die Stärke des Films. André Erkau erzählt eine lebensechte Geschichte mit glaubwürdigen Hauptdarstellern, wirklichen Identifikationsfiguren. Nachvollziehbare Schwächen, etwa bei dem Vater von Max, der aus der Spur geraten ist. Max‘ Mutter, die sich in ihren Englischlehrer verliebt, der immerhin einen Sportwagen fährt. Die Unsicherheit des Sohnes, die mit großen Mengen von Schokoriegeln besiegt werden sollte oder Mortens Mauer, hinter der sich der Junge eingeigelt hat. All diese seelischen Nöte beleuchtet der Film spielerisch leicht, voller Humor und Sympathie. Die beiden Jungs jedenfalls merken in den Vorbereitungen für das Casting, was Freundschaft bedeuten und bewirken kann.

Uwe Ochsenknecht, der den Festspiel-Chef spielt, und immer mit einer Generals-Uniform herumläuft, stellt ebenso wie Armin Rohde als bekloppter Sheriff nur einen lustig gemeinten Einsprengsel dar – der arg übertrieben geraten ist.

Nicht streiten sollte man über den Sinn des Films. Er stiftet Identifikation. Diese Probleme dürften nämlich viele Kinder haben. Bleibt der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ alles Gute für die Zukunft und der Kreativität von Autoren viel Erfolg zu wünschen. Klugerweise werden bei der Auswahl nur Original-Drehbücher zugelassen.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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