Hubert von Goisern – Brenna tuat’s schon lang


Hubert von Goisern - Movienet

Hubert von Goisern – Movienet

Hubert von Goisern, der österreichische (Volks-) Weltmusiker, hat nie jemand nach dem Mund geredet beziehungsweise gesungen. Er hat immer neue Wege gesucht und seine Heimat dabei nie vergessen. Der bayerische Regisseur Marcus H. Rosenmüller hat den Österreicher eine Zeit begleitet, mit ihm und einigen Weggefährten gesprochen, Musik gehört und ein recht ansehnliches wie anhörbares Porträt daraus gemacht

Deutschland/Österreich 2015

Regie: Marcus H. Rosenmüller

Länge: 95 Minuten

Verleih: Movienet

Kinostart: 23. April 2015

Irgendwie scheint Wasser auf Hubert von Goisern eine besondere Faszination auszuüben.

Marcus H. Rosenmüllers Dokumentation beginnt auf einem Alpensee, mit von Goisern als Angler in einem Ruderboot und endet auf Donau und Rhein mit einem Flußlastschiff.

Aufgewachsen ist Hubert Achleitner, so heißt er wirklich, in Bad Goisern/Oberösterreich – daher sein Künstlername. Aufgewachsen also mitten im konservativ-spießigen Milieu, aus dem er sich schon frühzeitig verabschiedet hatte. Vielmehr ist er aus der örtlichen Blaskapelle geflogen, weil seine lange Haare aneckten und er mit neuen Ideen gegen eine Mauer gerannt ist. Die Trompete mußte er übrigens abgeben. Da war er noch ein Teenager.

Gitarre, Klarinette und nicht zuletzt das Akkordeon (Steirische Harmonika) folgten und waren gleichzeitig das Tableau für die Öffnung und gleichzeitige Verbindung zur Musik und Kultur in aller Welt. Von Anfang an hat der 63jährige gerne experimentiert. Das Klischee Alpenrock greift nicht bei dem Musiker, der seine Heimat, das Bodenständige schätzt, aber andere Stilrichtungen ebenso, sei es Blues, Jazz, Reggae oder internationale Folklore. Reisen gehört dazu, ob nun nach Europa, Afrika, Asien oder Amerika. Ein unruhiger Geist, der nicht nur Kontakte mit Musikern der Kulturkreise sucht, sondern auch mit Menschen, die diese Welt auf irgendeine Art und Weise bewahren wollen.

Jane Goodall, die renommierte, weltbekannte Schimpansenforscherin hat er kennen und schätzen gelernt und einen Dokumentarfilm über sie und ihr Engagement in Tansania gedreht sowie die Filmmusik komponiert. Für Greenpeace machte er eine Jubiläums-CD.

Selbst Tibet bereiste von Goisern, um eine Dokumentation über die chinesisch besetzte Provinz zu drehen und tibetanische Volksmusik zu drehen.

Dieses Bedürfnis, sich möglichst viele Eindrücke einzuverleiben, kreativ umzusetzen und dafür interessante Mitstreiter zu finden, hat Marcus H. Rosenmüller nur andeutungsweise in seinem Film verarbeitet. Meist hat er Archivmaterial zusammengeschnitten – außer der Eingangssequenz auf dem See. Dramaturgisch paßt deshalb auch das Schlußdrittel mit Aufnahmen einer Flußtournee auf einem umgebauten Lastschiff mit alten Freunden und Weggefährten, etwa Klaus Doldinger, BAP, Konstantin Wecker und, man glaubt es kaum, Xavier Naidoo (?), zu Rosenmüllers Doku. Die Reise führte von Rotterdam bis zum Donau-Delta und schließlich bis Linz.

Anfang und Schluß ergänzen sich also bestens. Im übrigen merkt man, daß der Regisseur noch nicht über große Erfahrung auf dem Gebiet des Dokumentarfilms verfügt. Daher ist eigentlich nur eine Skizze von dem umtriebigen, ruhelosen Musiker herausgekommen.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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