Melodys Baby


Melodys Baby - MFAZwei Frauen. Die eine hat kein Geld und die andere kein Kind – aber Geld. Und sie möchte eins haben, so wie die andere dringend Geld braucht. Deshalb kommen die beiden zusammen. Ein intensives Kammerspiel um das Thema Leihmutterschaft mit zwei großartigen Hauptdarstellerinnen: Lucie Debay und Rachel Blake

OT: Melody

Belgien/Luxemburg/Frankreich 2014

Regie: Bernard Bellefroid

Buch: Bernard Bellefroid, Carine Zimmerlin

Darsteller: Rachael Blake, Lucie Debay, Don Gallagher, Lana Macanovic, Laure Roldan, Clive Hayward

Länge: 94 Minuten

Verleih: MFA+FilmDistribution

Kinostart: 14. Mai 2015

Melody (Lucie Debay) ist jung, arm und obdachlos. Aber sie hat einen Traum: Einen eigenen Friseursalon. Bisher hat sie über Mundpropaganda Kundinnen die Haare zu Hause geschnitten. 30 000 Euro braucht sie allerdings für die Verwirklichung dieses Traums. In ihrer Verzweifelung bietet sie sich im Internet als Leihmutter an. Über diesen Weg lernt sie eine englische Unternehmerin kennen.

Emily (Rachael Blake) verfügt über genügend Geld als Reederin. Aber sie sehnt sich sehr nach einem Kind, denn sie selbst kann keine Kinder bekommen. Für 50 000 Euro werden sich die unterschiedlichen Frauen über das Vorhaben einig.

Die beiden fliegen aus rechtlichen Gründen in die Ukraine (dort ist das legal), wo Melody in einer Spezialklinik die Eizellen eingesetzt werden. Es wird bei diesem schon industriell anmutenden Industriezweig eine Menge Geld verdient.

Soweit der nüchterne Teil der Geschichte.

Melody wird schwanger und taucht unerwartet in Emilys Haus in der Bretagne auf. Damit beginnt der emotionale Teil der Geschichte.

Die werdende Mutter entwickelt langsam eine gefühlsmäßige Bindung zu ihrem Baby. Und die „zahlende Mutter“ bekommt allmählich Angst um „ihr“ zukünftiges Kind – ihre letzte Chance. Ein fragiles, intensives Kammerspiel entwickelt der belgische Regisseur Bernard Bellefroid, der mit dem Thema Leihmutterschaft Pionierarbeit leistet, was dessen Rezeption im Kino betrifft. Beide Frauen öffnen sich, offenbaren ihre Wunden und müssen feststellen, daß Gefühle voller Unsicherheiten sind und materalistisches Denken in den Hintergrund drängen.

Viele Fragen, ethischer wie rechtlicher Natur, werden angerissen, aber nur unterschwellig. Das alles ist ein Teil des seelischen Prozesses, den Melody und Emily berührend realistisch durchmachen. Die belgische Nachwuchsschauspielerin Lucie Debay und die Australierin Rachael Blake sind bei den Filmfestspielen in Montreal für diese feinfühlige Leistung mit dem Darsteller-Preis ausgezeichnet worden.

Heinz-Jürgen Rippert

Advertisements

Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s