Escobar – Paradise lost


Escobar - Paradise Lost - Alamode Filmverleih

Escobar – Paradise Lost – Alamode Filmverleih

Liebesfilm, Thriller, Oper. Was als Romanze eines jungen kanadischen Surfers mit einer hübschen kolumbianischen Senorita beginnt, endet als Fiasko im brutalen Kokainkrieg des gefürchteten Drogenbarons Pablo Escobar. Denn die junge Frau ist leider die Nichte des mächtigen Medellin-Kartell-Chefs. Der Preis für die Liebe ist hoch, Nick muß dafür seine Seele verkaufen

Frankreich/Spanien/Belgien/Panama 2014

Buch + Regie: Andrea di Stefano

Darsteller: Josh Hutcherson, Benicio del Toro, Claudia Traisac, Ana Girardot, Carlos Bardem, Laura Londono

Länge: 114 Minuten

Verleih: Alamode Film

Kinostart: 9. Juli 2015

Die 80er Jahre in Kolumbien. Nick (Josh Hutcherson) reist mit seinem Bruder Dylan dorthin. Sie sind Surfer und träumen von einer eigenen Surfschule. An den Stränden des südamerikanischen Landes scheinen sie am Ziel ihrer Träume gelangt zu sein.

Andrea di Stefano, bisher in Italien bekannt als Schauspieler, geht bei seinem Regie-Debüt das Thema Escobar von einer scheinbar banalen und gänzlich arglosen Seite an. Nick verliebt sich nach kurzer Zeit in die wunderschöne Maria (Claudia Traisac). Es ist Liebe auf den ersten Blick. Schon bald wird er zu einem großen Fest eingeladen und ihrer Familie vorgestellt. Was der Kanadier noch nicht weiß – der Gastgeber ist Marias Onkel und heißt Pablo Escobar (Benicio del Toro). Er erweist sich als gönnerhaft und umgänglich.

Dabei ist er der gefürchtete Chef des mächtigen Medellin-Drogenkartells. Escobar führt wegen des Kokains einen Krieg gegen die Regierung und scheut auch nicht vor Morden an Politikern zurück. Skrupellos hat er seit den 70er Jahren sein Imperium aufgebaut. Auf der anderen Seite genießt er bei der Bevölkerung große Sympathien wegen seiner gestifteten Schulen und Krankenhäuser. Und er akzeptiert die Beziehung seiner Nichte mit dem kanadischen Surfer, dem er einen Job auf seiner Farm anbietet.

Damit hat Andrea di Stefano eine geschickte Art der Schilderung gefunden, dem Zuschauer die unterschiedlichen Charakter-Facetten von Pablo Escobar näher zu bringen. Nick ist dabei die Schlüsselfigur. Auf verschiedenen Zeitebenen erleben wir, wie Nick immer tiefer in die Machenschaften des Drogenbosses und seines Kartells hineingezogen wird. Spürbar kommen die Zuschauer ebenfalls in einen Sog. Fasziniert und angeekelt verfolgen wir den weiteren Hergang. Charisma und innere Abgründe, die in äußester Brutalität gipfeln.

Das Liebespaar faßt schließlich den Entschluß zu fliehen. Aber Escobar hat noch etwas vor mit dem Kanadier, der zum Gejagten wird. Unweigerlich naht der Showdown.

Der Film erweist sich als eindringliche, explosive Mischung aus Liebesfilm, Thriller und Oper. Ja, auch als Oper. Denn wo sonst herrschen große Gefühle, überborstendes Leben, Habgier, Gewalt und Tod als in einer Oper. Nur haben wir es hier mit der Realität zu tun – bis auf die fiktive Liebesgeschichte. Nicht zu vergessen die farbenfrohen tropischen Natureindrücke (in Panama gedreht), die der Geschichte einen eher irritierenden Rahmen bieten.

Heinz-Jürgen Rippert

Advertisements

Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Escobar – Paradise lost

  1. Ma-Go Filmtipps schreibt:

    Der Film ist echt unterhaltsam, keine Frage, Allerdings hätte er in dieser Form auch mit jedem anderen (fiktiven) Gangster-Boss funktioniert. Warum man für die fiktive Handlung auf den realen Escobar zurückgreifen musste, erschließt sich mir nicht ganz.

    https://magofilmtipps.wordpress.com/2015/07/11/filmkritik-escobar-paradise-lost/

  2. heinzjuer13 schreibt:

    Hallo. Daß man eine reale Person mit fiktiven Handlungssträngen verbindet, ist doch legitim und wird häufig gemacht. Durch dieses dramaturgische Konzept kann man den Charakter eines P. Escobar oder auch eines anderen schlimmen Zeitgenossen nach und nach entwickeln, herausschälen – mit einer nachhaltigen Wirkung.
    VG Heinz-Jürgen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s