Broadway Therapy


Broadway Therapy - Wild Bunch Germany

Broadway Therapy – Wild Bunch Germany

Peter Bogdanovich ist zurück. Nach 13 Jahren gibt sich der Regisseur, heute 75 Jahre alt, einer der Begründer des New-Hollywood-Kinos („Is‘ was, Doc?“, „Paper Moon“), die Ehre mit einer klassischen Screwball Komödie. „Broadway Therapy“ vereint alle Zutaten, um einen amüsanten, swingenden Reigen zu eröffnen

OT: She’s Funny that Way

USA 2014

Regie: Peter Bogdanovich

Buch: Peter Bogdanovich, Louise Stratten

Darsteller: Owen Wilson, Imogen Poots, Rhys Ifans, Will Forte, Kathryn Hahn, Jennifer Aniston, Quentin Tarantino

Länge: 93 Minuten

Verleih: Wild Bunch Germany

Kinostart: 20. August 2015

Für eine Screwball Komödie braucht man Gegensätze zwischen schrulligen Charakteren, Geschlechterkämpfe, Running Gags, spielfreudige Darsteller, schlagfertige Dialoge und meistens ein Happy End. Dieses Genre ist heute selten geworden, anders als in den Zeiten eines Ernst Lubitsch, Howard Hawks, Billy Wilder oder später Woody Allen. Bogdanovich hat sich bei seinem Comeback danach orientiert und illustre Akteure gefunden.

Da ist Izzy aus Brooklyn, ein schmuckes Escort-Girl auf Abruf (Imogen Poots), das lieber Schauspielerin wäre. Dann der Star der Geschichte, Arnold Albertson (Owen Wilson – schon bei Woody Allens „Midnight in Paris“ erprobt), der als Broadway-Regisseur zu Ruhm gekommen ist. Er besitzt eine, sagen wir mal recht ungewöhnliche Angewohnheit. Wenn er nicht gerade bei seiner Frau ist, ruft er gerne einen Escort-Service an. Und wenn ihm eine der Damen besonders gut gefällt, verschenkt er einfach so ein Bündel Geld. Damit sich das Mädel mal einen Traum erfüllen kann. Izzy bekommt 30 000 Dollar – für ihren Schauspiel-Traum. Ein Wiedersehen muß nicht unbedingt sein. Arnold als Mäzen sozusagen, mit dem Slogan (Zitat aus einem Lubitsch-Film) „Manche Menschen füttern gerne die Eichhörnchen mit Nüsschen – andere füttern lieber Eichhörnchen an die Nüsse“. Ein Running Gag, und nicht der einzige.

Izzy bewirbt sich alsbald bei einer Broadway-Produktion und – Surprise – läuft beim Vorsprechen Regisseur Arnold prompt über den Weg. Der ist gar nicht amused, denn seine Frau Delta (Kathryn Hahn) spielt zufällig die Hauptrolle in dem geplanten Bühnenstück. Und ausgerechnet sie findet Izzy nach dem Vorsprechen phänomenal. Die Rolle der Newcomerin: eine Prostituierte. Das ist noch nicht alles. Auf das Karussell springen noch auf: Joshua Fleet (Will Forte), der Autor des Stückes, verliebt sich spontan in Izzy, hat aber eine Liaison mit Jane (Jennifer Aniston), einer ziemlich schrillen Psychotherapeutin, die wiederum einen Schäferhund besitzt, der ebenfalls recht überspannt ist. Jane wird natürlich eifersüchtig. Dann gibt es noch einen alten, geilen Richter (Austin Pendelton), der ständig hinter Izzy her ist und zusätzlich noch einen betagten, leicht trotteligen Detektiv (George Forfogen) engagiert, der äußerst auffällig unauffällig agiert und immer wieder durchs Bild schleicht – der zweite Running Gag. Schnüffler Fleet ist rein zufällig der Vater von Bühnenautor Joshua.

Und so kann sich das Karussell immer schneller drehen, begleitet vom guten alten Swing eines Irving Berlin, etwa „Cheek to Cheek“, 1935 der erfolgreichste Hit, von Fred Astaire gesungen. Warum nun eigentlich „Broadway Therapy“? Die Sache ist die. Izzy sucht therapeutischen Beistand bei Jane, der durchgeknallten Psychologin. Damit ist das Chaos perfekt. Die Darsteller werfen sich die Bälle zu, die Verwirrungen nehmen ihren Lauf. Ach, ja. Da ist auch noch der Mime Seth Gilbert (Rhys Ifans), ein alter Kumpel von Arnold (hat nur einen kleinen Hund), zufällig Zeuge von des Star-Regisseurs Abwegen in dem New Yorker Hotel. Turbulenz ist mit dieser Besetzung und den sprühenden, amüsanten Dialogen garantiert. Das macht einfach Spaß. Sogar ein gewisser Quentin Tarantino (himself) gibt sich die kurze Ehre – das ist aber kein Running Gag.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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Eine Antwort zu Broadway Therapy

  1. Bogartus schreibt:

    Vielleicht nicht gerade ein Übertrüber-Film aber dennoch habe ich das Gefühl, es könnte ein Film für mich sein!

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