Der Chor – Stimmen des Herzens


Der Chor - Stimmen des Herzens - SquareOne/Universum

Der Chor – Stimmen des Herzens – SquareOne/Universum

Daß Musik und Bilder trösten können, wissen wir, seitdem es Tonfilme gibt. An den französischen Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ erinnern sich noch viele. Ein großer Publikumserfolg. Jetzt kommt ein amerikanischer Wohlfühl-Musikfilm in die Kinos, in dem ein Junge lernt, das persönliche Trauma mit seinem großen Gesangstalent zu überwinden – als Mitglied des berühmten US-Knabenchors „American Boychoir“

OT: Boychoir
USA 2014
Regie: Francois Girad
Buch: Ben Ripley
Darsteller: Dustin Hoffman, Kathy Bates, Eddie Izzard, Debra Winger, Garrett Wareing, Joe West, Kevin McHale
Länge: 103 Minuten
Verleih: Squareone/Universum
Kinostart: 27. August 2015

Stet (Garrett Wareing) ist ein 12jähriger Außenseiter in einem texanischen Kaff. Seine aufgestaute Wut reibt sich ständig an seinen Mitschülern. Er ist launisch und wehrt sich gegen alles, was von außen kommt. Und als seine alleinerziehende, labile Mutter bei einem Unfall ums Leben kommt, ist der Junge ganz auf sich allein gestellt. Einzig seine Schulleiterin (Debra Winger) erkennt Stets außergewöhnliches Gesangstalent und versucht ihn zu fördern, was er aber ablehnt.

Sein leiblicher Vater Gerard (Josh Lucas), ein reicher Unternehmer aus New York, erklärt sich bereit, für Stet finanziell aufzukommen und ihm eine erstklassige Ausbildung zu ermöglichen. Sonst will er mit dem unglücklichen Jungen nichts zu tun haben, denn er ist für ihn nur das Produkt einer kurzen Affäre. Und so landet das Problemkind im berühmten und erlauchten „American Boychoir“, einer Eliteschule an der Ostküste, wo Drill zur Höchstleistung an der Tagesordnung ist.

Und wie es sich für einen Wohlfühlfilm gehört, der Gefühle und Sinne gleichermaßen ansprechen will, kommen die üblichen Klischees zum Einsatz. Corville, ein knorriger Chorleiter, von Dustin Hoffman gewohnt souverän gespielt, der Stets Bockigkeit nicht akzeptieren kann, aber wie unsichtbar doch hinter ihm steht, weil er selbst einmal – das gesteht er später – ein aufmüpfiger, schwieriger Junge war. Was sonst. Sein Stellvertreter Drake (Eddie Izzard) ist natürlich ehrgeizig und schielt nach dem Chefposten. Kathy Bates gibt die mütterliche Schuldirektorin. Und in der Schülerschaft laufen – wie immer – Neider, Intriganten und natürlich auch freundliche, hilfsbereite Zeitgenossen herum. Dazu zählt ebenfalls der Jungmusiklehrer Wooly (Kevin McHale), der Stet stets Mut macht. Alles ist wohltemperiert, wie in der klassischen Musik.

Den Mut, zu seinem leiblichen Sohn zu stehen, hat der Vater vorerst gar nicht. Bei einem Konzert taucht er mit seiner Familie mal auf, kann aber nicht mit der Wahrheit herausrücken. Da muß schon Größeres passieren. Das bleibt selbstverständlich nicht aus. Stet bekommt bei einem Auftritt des Chors in New York den Solopart zugedacht. Mit Engelsstimme kocht er den Vater nun (unfreiwillig) weich. Der wird auf einmal richtig stolz auf seinen Sohn und stellt ihn endlich seiner Familie vor. Der Dank: Stet findet endlich ein Zuhause und Chorleiter Corville gesteht, er habe noch nie so einen tollen, begabten Schüler gehabt. Was will man mehr. Dem kanadischen Regisseur Francois Girard („Die rote Violine“) reichte das bei seinem Comeback nach sieben Jahren – was den Handlungsablauf betrifft.

Nicht so beim Soundtrack. Da hat er in die Vollen gegriffen. Schon alleine wegen der eindrucksvollen Chormusik lohnt sich der Gang ins Kino. Man muß dafür nicht unbedingt Klassik-Fan sein.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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