How to Change the World


How to chance the world - NFP/Filmwelt

How to Chance the World – NFP/Filmwelt

Jerry Rothwell zeichnet die Geschichte der Umweltschutzorganisation Greenpeace nach. Von 1971, der Geburtsstunde, bis heute, wo Greenpeace längst zum internationalen Ökokonzern gewachsen ist. Im Stil der spektakulären Aktionen mit altem, bisher unveröffentlichtem Filmmaterial gelang ihm eine Dokumentation, die die Ökoaktivisten mehr feiert, als kritisch von allen Seiten betrachtet. Trotzdem, wichtig war und ist diese populäre Organisation für die Entwicklung des Umweltgedankens – in- und außerhalb der Politik – weltweit

Kanada/Großbritannien 2015
Buch + Regie: Jerry Rothwell
mit: Bill Darnell, David Garrick, Bobbi Hunter, Emily Hunter, Robert Hunter, Will Jackson, George Korotva
Länge: 110 Minuten
Verleih: NFP, Filmwelt Verleihagentur
Kinostart: 10. September 2015

1971 schipperte ein kleiner Fischkutter zur Aleuten-Insel Arnchitka. Zwölf Mann waren an Bord, die einen unterirdischen Atomtest der US-Regierung irgendwie verhindern, oder zumindest dagegen protestieren wollten. Angeführt wurde die ungewöhnliche Aktion von Bob Hunter, einem kanadischen Journalisten und Öko-Guru, und mit von der Partie waren Hippies, Buddhisten, Künstler und Wissenschaftler. Alle hatten von Seefahrt gar keine Ahnung, außer dem Kapitän, einem erfahrenen Fischerei-Seemann.

Aber Hunter hat alles gefilmt, auf 16mm Material, mit der Spürnase des Medienprofis, der damals schon erfaßte, welche Medienwirkung dramatisch zugespitztes und entsprechend geschnittenes Material haben würde. Für die Dramaturgie hat er im Laufe der Zeit vieles verfeinert und technisch verbessert. Der Propagandawert steigerte sich bei der Auswahl der Aktionen. Unschlagbar war dann vier Jahre später die erste Anti-Walfang-Aktion. Schlauchboote, die einen russischen Walfang-Trawler kreuzen, um ihn an der Pottwaljagd zu hindern. Aktivisten, die vor heranfliegenden Harpunen die Köpfe einziehen müssen. Der Pazifik ist aufgewühlt – ganz nach dem Geschmack von Bob Hunter.

Das kam in der weltweiten Öffentlichkeit an. Greenpeace wurde immer bekannter, die Spenden begannen zu fließen – aber die internen Kontroversen nahmen zu. Eigentlich sollte es nur eine Non-Profit-Organisation sein, angefüllt mit Idealismus und Abenteuer-Geist. Greenpeace expandierte, eröffnete von den üppigen Spenden weltweit Büros (in der Bundesrepublik 1981). Die Anti-Robbenschlächterei-Kampagne in Kanada – natürlich auf Film gebannt – führte die Öko-Aktivisten zu einer weiteren Image-Steigerung. Doch so manche der Ur-Ökopaxe sind inzwischen ausgestiegen. Greenpeace entwickelte sich allmählich zu einem Welt-Ökokonzern mit bürokratischen Strukturen.

Jerry Rothwell jedenfalls – das sollte man ihm zu Gute halten – hat für seine Doku aus dem vollen geschöpft und in dem großen 16mm-Film-Archiv interessante Sequenzen ausgegraben. Das meiste Filmmaterial wurde noch nie gezeigt. Ein Aspekt, sich den Streifen im Kino anzugucken, auch wenn sich da hauptsächlich eine „Firma“ selbst feiert. Denn die Ansätze von Greenpeace sind immer noch wichtig. Alles einmal kritisch durchdenken und umsichtig reformieren – wäre allerdings sehr hilfreich.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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