Magie der Moore


Magie der Moore - Polyband Medien

Magie der Moore – Polyband Medien

Kein Biotop genießt bis heute einen so düsteren Ruf wie das Moor. Edgar Wallace und andere Autoren haben dieses finstere Image unter anderem mit beeinflußt. Das es dagegen zwar ein geheimnisvoller, aber äußerst vielseitiger und bunter Lebensraum ist, zeigt jetzt die faszinierende Dokumentation von Jan Haft. Axel Milberg konnte als Sprecher gewonnen werden

Deutschland 2015
Buch + Regie: Jan Haft
Sprecher: Axel Milberg
Länge: 110 Minuten
Verleih: Polyband Medien
Kinostart: 24. September 2015

Jan Haft hat schon über 60 Naturfilme für das öffentlich-rechtliche Fernsehen gedreht. Der studierte Geologe und Biologe kennt dadurch fast die ganze Welt mit ihren unterschiedlichsten Naturräumen. Zuletzt hat er sich dem Wald gewidmet, nun beobachtet er ein Biotop, das sich seit der letzten Eiszeit weltweit entwickelt hat, aber bei vielen Menschen nie so richtig „angekommen“ ist: Das Moor.

Jenseits aller düsteren Legenden, die dieser Naturraum per Literatur und Film transportiert hat, an denen teilweise etwas dran ist – wie etwa Moorleichen, zeigt Jan Haft kleine und größere Naturwunder in all ihrer Vielfalt. Da von den großen Moorlandschaften in Deutschland gerade mal 1 Prozent übriggeblieben sind, stammen die Aufnahmen zum großen Teil aus Finnland, Norwegen, Dänemark, Schweden, der Tschechischen Republik und der Slowakei.

Deshalb kommen auch größere Moorbewohner ins Bild wie Elche, Bären, Wölfe und natürlich Rehe. Sonst stehen diverse biologische Kostbarkeiten im Focus, die wir in freier Natur wahrscheinlich noch nie gesehen haben. Fleischfressende Pflanzen, wie der Sonnentau und eine breite Palette von Kräutern und Gräsern, die mit der vorherrschenden Nährstoffarmut gut zurechtkommen. Dazu gehören Habichtskräuter, Sumpfkratzdisteln, Rauschbeeren. Schmetterlinge mögen das. Die Flora wächst und gedeiht auf abgestorbenen Pflanzen und feucht bis nass ist es immer. Denn urspünglich sind Moore im Wasser abgetauter Gletscher nach und nach entstanden. Es herrscht eine permanente Wassersättigung. Heute bietet dieses völlig unabhängig funktionierende System einer bunten Collage an Insekten, Vögeln und Schlangen, zum Beispiel Kreuzottern, die Lebensgrundlage.

Wir bekommen eine wild- wie bildschöne Szenerie in Zeitlupe, -raffer, Makro und anderen Kameraeinstellungen zu sehen, und können uns nur wundern, wie schäbig der Mensch im Laufe der Zeit mit diesen Naturpreziosen umgegangen ist, man denke nur an den massiven Torfabbau im Laufe der letzten Jahrhunderte. Hierzulande stehen Moore mittlerweile unter Schutz. Maßnahmen zur Renaturierung sind ein Bestandteil davon.

Den Film sollte man jedenfalls genießen, mit Kindern zusammen oder Schulklassen, und mal darüber nachdenken, ob man nicht den nächsten Ausflug in ein Moorgebiet unternimmt. Eine „Wildlife-Safari“ muß also nicht teuer sein. Der Gang durch diese eigenwillige und verwunschene Welt ist jedenfalls ein Erlebnis.

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Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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