The Program – Um jeden Preis


The Program - Um jeden Preis - Studiocanal

The Program – Um jeden Preis – Studiocanal

Stephen Frears hat schon über die verschiedensten Menschen Filme gedreht, mit Sportlern und deren Biographien hatte er bisher nicht viel am Hut. Das wird jetzt anders. Lance Armstrong, 7-facher Tour-de-France-Sieger und Doping-Sünder, bietet genügend Stoff für den britischen Regisseur, um daraus eine spannende Geschichte über Aufstieg und Fall eines Radsport-Idols zu machen. Es wurde eine, in ihrem Ablauf bekannte Story mit durchaus packenden Bildern – nicht mehr

OT: The Program
Großbritannien/Frankreich 2015
Regie: Stephen Frears
Buch: John Hodge, basierend auf dem Buch „Seven Deadly Sins“ von David Walsh
Darsteller: Ben Foster, Dustin Hoffman, Lee Pace, Chris O’Dowd, Guillaume Canet, Jesse Plemos, Elaine Cassidy
Länge: 104 Minuten
Verleih: Studiocanal
Kinostart: 8. Oktober 2015

The Program – Das Programm – ist, wir wissen es schon, das Doping-Programm von Lance Armstrong, einem, der als größter Radfahrer aller Zeiten in die Analen des Pedalsports eingehen wollte. Bekannt sind seine Lebensstationen: Vom krebserkrankten, jungen hoffnungsvollen Nachwuchstalent, das die Zusammenarbeit mit dem skrupellosen Sportarzt Michele Ferrari und dem nicht weniger ausgebufften Radsportmanager Johan Bruyneel sucht, die nach Armstrongs ersten EPO-Versuchen, einen speziellen Medikamenten-Coctail verabreichen, Blutwäscheverfahren entwickeln und auf diese Weise Dopingkontrollen aushebeln. 7 triumphale Siege – v0n 1999 bis 2007 – folgten. Und dann war Schluß mit lustig. Der Betrug flog auf, der Abstieg begann und der Amerikaner packte aus – in Oprah Winfreys Fernsehtalkshow.

Der britische Sportjournalist David Walsh kannte Armstrong schon, bevor der ganze Zirkus losging, er schreibt für die „Sunday Times“ und ist der „Gute“ in dieser Geschichte von Stephen Frears, die eigentlich nur eine Chronologie vorführt.

Das merkwürdige ist nur, daß dieses ganze Geflecht von Betrug, Manipulation, Korruption zwischen Sportlern, Managern, Ärzten, Funktionären, Politikern, Medien und nicht zuletzt der Pharmaindustrie überhaupt nicht durchleuchtet wird. Und das eigene Lügengespinst Lance Armstrongs wird einem ebenfalls nicht ganz klar. Es fehlt so etwas wie ein Psychogramm als Hintergrund. Seine Frauen (Sheryl Crow, Asley Olsen, Kristin Richard, etc.) kommen auch nicht zu Wort. Was war deren Position in dem verkorksten Sportler-Dasein?

Keine Frage, die Darsteller, allen voran Ben Foster als Armstrong, Guillaume Canet als Ferrari, Chris O’Dowd als Walsh und Jesse Plemons als Floyd Landis machen ihre Sache so gut es geht – Dustin Hoffman nur in einer Nebenrolle. Ihnen kann man wirklich nicht vorwerfen, daß die wünschenswerte und gar erforderliche Geschichte hinter der (bekannten) Geschichte offensichtlich in den Schluchten einer Alpen-Etappe verschwunden ist.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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