Picknick mit Bären


Picknick mit Bären - Alamode Filmverleih

Picknick mit Bären – Alamode Filmverleih

Zwei über 70 Jahre alte Haudegen wollen es noch einmal wissen und machen sich auf zu einer Wanderung auf dem 3500 km langen Appalachian Trail: Robert Redord und Nick Nolte. Allerlei Spaßiges und Nerviges widerfährt den beiden Rucksack-Touristen. Ein spätes Abenteuer nach einem Reiseroman von Bill Bryson

OT: A Walk in the Woods
USA 2015
Regie Ken Kwapis
Buch: Bill Holderman, nach dem Roman „A Walk in the Woods“ von Bill Bryson
Darsteller: Robert Redford, Nick Nolte, Emma Thompson, Mary Steenburgen, Nick Offerman, Kristen Schaal
Länge: 98 Minuten
Verleih: Alamode Film
Kinostart: 15. Oktober 2015

Der Appalachian Trail ist mit 3500 km einer der längsten Wanderwege weltweit. Er verläuft durch 14 östliche Bundesstaaten, von Georgia bis Maine, über die Mittelgebirge, zum Großteil auf den Appalachen. Die höchsten Erhebungen haben etwa 2000 Meter.
Tausende, zumeist jüngere Leute, versuchen sich daran. Ein Großteil muß unterwegs allerdings aufgeben.

Robert Redford, immerhin schon 79 Jahre alt, spielt den bekannten Reiseschriftsteller Bill Bryson, der über diese körperliche Herausforderung ein Buch geschrieben hat – mit dem realistischeren Titel „A Walk in the Woods“. Die Rechte daran hat sich Redford schon 1997 gesichert. Sein ursprünglich eingeplanter Partner Paul Newman starb bekanntlich bald darauf. Das Projekt schlief erstmal ein, bis sich ein neuer, passender Partner fand: Nick Nolte (74 Jahre). Er spielt Stephen Katz, Brysons Freund aus gemeinsamen Jugendtagen in Des Moines/Iowa.

Zwei old Boys also, die es nochmal wissen wollen – aber bitte mit Augenzwinkern und einer gewissen Lässigkeit. Sonst würden sich die beiden Hollywood-Ikonen an der Grenze zur Lächerlicheit bewegen. Bewegen tun sie sich natürlich. Bergauf geht’s zuerst, Stephen fängt an zu keuchen – kein Wunder bei dem Übergewicht. Bill nimmt’s gelassen. Fit sind sie nicht, und lassen junge, durchtrainierte Leute mit dem notwendigen Achselzucken an sich vorbeiziehen. Ihnen wird auch schon mal Hilfe angeboten, als sie einen Wasserlauf mit glitschigen Steinen überqueren wollen.

Die Aufnahmen im Wald könnten genauso gut auch hierzulande in einem Mittelgebirge gedreht worden sein. Nur hie und da kann man sich ein Bild von der Großartigkeit und Weitläufigkeit der Landschaft machen. Bei Aufnahmen auf einem offenen Plateau, auf einer Strauchlandschaft – also bei Luftaufnahmen aus dem Hubschrauber. Ein bluesiger Folkmusik-Score untermalt jeweils die Szenerie.

Komödiantisch-komische Highlights sind immer mal eingestreut: Die kleine, neunmalkluge Nervtöterin Mary Allen (Christen Schaal), die alles über moderne Wanderzelte und -ernährung weiß; Betten in einer Herberge, die gleich bei Übergewicht zusammenbrechen. Dann die charmante, liebenswerte Pensionswirtin (Mary Steenburgen), die Bill leicht ins Wanken bringt, beziehungsweise umgekehrt.

Dann muß natürlich noch das kommen, was kommen muß. Zwei Bären stöbern nachts vor den Zelten unserer beiden Helden herum. Stephen Katz macht sich groß, breit ist er ja schon, brüllt – und die neugierigen und hungrigen Tiere machen sich auf und davon. Es sind Grizzlys – die leben aber schon lange nicht mehr im Osten der USA. Schwarzbären dafür um so mehr. Nur sind die eben nicht so breit und mächtig.

Stephen hat dafür bei einer breiten und ebenfalls stark übergewichtigen Frau mehr Glück. Zumindest noch im Waschsalon, wo sie einen Date vereinbaren. Das ändert sich. Die Dame ist verheiratet – ausgerechnet mit einem ziemlich rustikalen, aggressiven Kerl, der sogleich die Verfolgung aufnimmt. Bill und Stephen müssen sofort ihr Heil in der Flucht suchen.

Dann wird es zwischendurch mal besinnlich. Bill zeigt seinem Freund Veränderungen bei Bäumen, hervorgerufen durch die Klimaveränderung. Oder weist auf geologische Abläufe hin. Das wirkt nun ein bisschen zu bemüht – nach dem Motto: Da war doch noch etwas.

Als unsere Protagonisten nach einem Unfall von jungen Wanderern aus ihrer misslichen Situation befreit werden, beschließen sie klugerweise, das Unternehmen abzubrechen und sich nach Hause fahren zu lassen. Sie wissen eben, wo ihre Grenzen liegen und haben jetzt lange genug Realitäten zur Seite geschoben. Aber mit einer solch entspannten und sympathischen Präsenz, und dem Wissen, daß sich nicht alle Trends unbedingt positiv auswirken müssen.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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2 Antworten zu Picknick mit Bären

  1. dietiger schreibt:

    Hmmm wollte ich mir gerne ansehen…. Leider lese ich hier nicht so ganz raus, ob der Film empfehlenswert ist oder nicht

    • heinzjuer13 schreibt:

      Hallo. Dieser Film gehört zu den Streifen, die Positives als auch Negatives bieten. Deshalb hat er es nicht verdient, verrissen zu werden – aber auch nicht als besonders empfehlenswert bewertet zu werden. Das aber letztlich Geschmackssache. Ich bin – deswegen war der Film für mich nicht schlecht – sozusagen mit Robert Redford groß geworden. Das war für mich schon mal der Pluspunkt. Grüße Heinz-Jürgen

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