Arlo & Spot


Arlo & Spot - Walt Disney Germany

Arlo & Spot – Walt Disney Germany

Das neuste Werk aus der Disney-Pixar-Werkstatt ist eindeutig nach Disney-Vorgaben animiert worden. Die Story ist vorhersehbar und nur vereinzelt als Idee originell, die Botschaften diskussionswürdig – aber in der Entwicklung der Naturdarstellungen hervorragend und sehenswert. Das Subversive ist leider dabei zuungunsten von Pixar größtenteils untergegangen

OT: The good Dinosaur
USA 2015
Regie: Peter Sohn
Buch: Meg LeFauve
Animation: Peter Sohn, Erik Benson, Kelsey Mann, Bob Peterson, Meg LeFauve
Länge: 100 Minuten
Verleih: Walt Disney Germany
Kinostart: 26. November 2015

Eigentlich sollte der Meteorit die Erde treffen. So steht’s geschrieben in der Erdgeschichte. Dadurch sind bekanntlich die Saurier ausgestorben. Hier, im neuesten Disney-Pixar-Film aber nicht. Die Saurier können weiter grasen – das Himmelsobjekt fliegt über sie hinweg.

Die Grundidee ist gar nicht mal so schlecht – das ist noch typisch Pixar. Eine Spekulation über was wäre wenn? – aber bitte nett und zuckersüß (Disney). Die vegetarisch lebenden Saurier – Brontosaurier – bauen Gemüse, etwa Mais an, werden also sesshafte Farmer. Die fleischfressenden Saurier, Tyrannosaurus Rex, züchten Rinder und leben wie Cowboys. Und sprechen können sie sogar.

Arlo unser neuer Disney-Held ist eigentlich gar keiner. Klein, kleiner als seine Geschwister, schlüpft er aus seinem übergroßen Ei und ist ein Angsthase von der ersten Minute an. Papa kann gar nicht begreifen, dass es Sohnemann an Selbstvertrauen mangelt. Seine Eltern gehen dabei verständnisvoll mit dem kleinen Dino um. Er soll doch auch mal seinen Fußabdruck am Vorratsspeicher hinterlassen dürfen.

Und bekommt prompt eine verantwortungsvolle Aufgabe, nämlich aufzupassen, dass nichts aus dem Vorratsspeicher geklaut wird. Dabei kommt er zu seinem Schreck mit einem kleinen Menschenkind in Berührung, das sich mehr wie ein Hündchen benimmt.
Sprechen können diese Art Steinzeit-Menschen nicht – eher bellen und grunzen. Das macht die Angst bei Arlo nicht kleiner.

Durch einige Missgeschicke kommt Arlos Papa um. Ein Unwetter bauscht sich zu einem tobenden, reißenden Fluss auf und spült den kleinen Tolpatsch irgendwo in die Wildnis – er kann froh sein, wieder auf den kleinen Menschenjungen zu stoßen. Der hilft ihm nämlich, in der Natur zu überleben. Der Beginn einer großen Freundschaft. Gefahren lauern ja noch genug auf sie. Etwa die hinterhältigen, brutalen Flugsaurier, während Tyrannosaurier, zwar etwas grob, aber innerlich doch mit einem weichen Kern ausgestattet sind. Sie leben als Cowboys mit ihrer Longhornrinderherde in der Prärie, sitzen gerne am Lagerfeuer und spielen Country-Musik.

Vorhersehbar ist natürlich, dass die beiden Freunde wieder zurück in Arlos Heimat finden.
Arlo darf nun endlich seinen Fußabdruck als Zeichen der Tapferkeit am Vorratsspeicher hinterlassen. Papas Botschaft ist angekommen: Du musst deine Angst überwinden.

Ja, ja, dies ist nicht die einzige Disney-Botschaft für Arlo. Er zeigt Spot durch einen Kreis im Sand: Du gehörst zu deinesgleichen und ich zu meinesgleichen. Hier trennen wir uns. Die frühmenschliche Familie sieht dabei ziemlich bedröppelt aus. Merkwürdige Botschaften.

Die Story ist übrigens an einigen Stellen äußerst hart, was nicht unbedingt für Kleinkinder im Publikum sprechen kann. Für Freunde der nahezu fotorealistischen Naturdarstellung ist der Film ansprechend. Eindrucksvolle Landschaften sind zu bewundern. Wundern muss man sich dagegen, warum am Drehbuch unter Federführung von Peter Sohn drei Jahre gearbeitet wurde, wenn nur eine zusammengestoppelte Geschichte dabei herausgesprungen ist.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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