Die Peanuts – Der Film


Die Peanuts - Der Film - 20th Century Fox

Die Peanuts – Der Film – 20th Century Fox

Nach 30 Jahren sind die unvergesslichen Peanuts-Comics erneut verfilmt worden – diesmal in Farbe und 3D. Der allseits geliebte Loser Charlie Brown steht im Mittelpunkt, natürlich nicht ohne seine Freunde und seinen Hund Snoopy. Die Story: Charlie Brown hat sich bis über beide Ohren verliebt …

OT: The Peanuts Movie
USA 2015
Regie: Steve Martino
Buch: Bryan Schulz, Craig Schulz, Cornelius Uliano
Länge: 93 Minuten
Verleih: 20th Century Fox
Kinostart: 24. Dezember 2015

Charles M. Schulz ist zwar schon fünfzehn Jahre tot, aber er würde sich wahrscheinlich im Grabe umdrehen, wenn er seine legendären Figuren dreidimensional und in Farbe auf der Leinwand sehen könnte. „Geht gar nicht“ würde er die Version vermutlich kommentieren.
Seine minimalistisch gezeichneten Comic-Strips hatten einfach alles, was man für Kopf und Herz gerade braucht – jeweils ein kleiner, mentaler Erfrischungscocktail.

Aber die Hollywood-Animationskünstler glauben, ohne die Nutzung moderner Technik nicht auskommen zu können. Also musste eine farbige 3D-Fassung her. Wenigstens haben sie die Grundcharaktere der einzelnen neurotischen Kinderfiguren erhalten. Craig Schulz, Sohn des Peanuts-Erfinders Charles M. Schulz und dessen Enkel Bryan haben den Film übrigens mitproduziert.

Die Geschichte weist auch diesmal keinen einzigen Erwachsenen auf. Es ist – wie immer im Peanuts-Land – eine reine Kinderwelt (vermutlich in Minnesota – woher auch Charles M. Schulz stammt). Da ist also Charlie Brown, der liebenswerte Pechvogel und Loser, sein Hund (Beagle) Snoopy, der oft davon träumt, er sei ein Flieger-As, und dessen Freund Woodstock – ein kleiner Vogel. Die immer rechthaberische Lucy, ihr kleiner Bruder Linus – ein Mini-Philosoph, der immer seine Schmusedecke hinter sich herzieht. Charlie Browns kleine Schwester Sally, die einfach nicht verstehen will, warum man überhaupt in die Schule gehen muß. Peppermint Patty, die keine Angst kennt – außer vor der Schule, sonst eine talentierte Sportlerin ist. Marcie, Peppermint Pattys beste Freundin, aber charakterlich das absolute Gegenteil von Patty. Schroeder ein kleines Musikgenie, das Beethoven verehrt und sich nur selten von seinem Spielzeug-Klavier trennen kann.

Charlie Brown ist eines Tages total hin- und hergerissen von einem kleinen, rothaarigen Mädchen, das neu in seine Schulklasse kommt. Was macht man, wenn plötzlich so verliebt ist? Charlie Brown will unbedingt das Herz des Mädchens gewinnen. Unbeholfen und unsicher wie er ist, lässt er sich auf das große Abenteuer ein. Lernt Tanzen bei Snoopy, der das so lässig und cool beherrscht, bringt sich ein paar Zaubertricks bei und wagt sich sogar für eine Literaturarbeit an Leo Tolstois „Krieg und Frieden“. Ob das alles hilft?

Natürlich nicht, aber wie lautet noch das bewährte Zitat von Samuel Beckett: „Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.“ Bei Charlie Brown ist das so – eben gelebte Philosophie. Und Snoopy jagt in seinen Träumen – mit seiner kleinen Hütte als Flugzeug – dem Roten Baron hinterher, um seinem angebeteten Hundefräulein Fifi zu imponieren.

Man findet doch vieles aus der geliebten Peanuts-Comic-Welt in diesem animierten Film wieder. Dieser Kinderkosmos, der nicht zufällig den amerikanischen Traum in den Vorstädten karikiert. Trotzdem werden Puristen sich schwertun mit der technisch aufgepeppten, glatt polierten Leinwandwelt. Jüngere neugierige Neu-Peanuts-Fans könnte das Werk aber durchaus gewinnen.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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