Joy – Alles außer gewöhnlich


Joy - 20th Century Fox

Joy – 20th Century Fox

Dass ein Wischmop derart faszinieren kann, ist das Überraschende an dem neuen Film von David O. Russell. Man sieht solch ein alltägliches Haushalts-Gerät nun mit ganz anderen Augen. Und Jennifer Lawrence als Erfinderin Joy Mangano (wahre Geschichte) sieht man auch wieder ganz gerne auf der Leinwand, hat sie doch schon einen Golden Globe – der dritte für sie, und eine Oscar-Nominierung für diese Rolle bekommen

OT: Joy

USA 2015

Buch + Regie: David O. Russell

Darsteller: Jennifer Lawrence, Robert De Niro, Bradley Cooper, Elisabeth Röhm, Édgar Ramirez

Länge: 107 Minuten

Verleih: 20th Century Fox

Kinostart: 31. Dzember 2015

Es ist der amerikanische Traum, den diese Geschichte erzählt – das, was die Amerikaner so sehr mögen – den Traum, den sie selbst am liebsten träumen. Vom Nichts, von ganz unten zum Multimillionär. David O. Russell hat das Leben von Joy Mangano verfilmt, für die dieser Traum Wirklichkeit geworden ist. Sie hat einen neuartigen Wischmop erfunden und nach Überwindung etlicher Hindernisse auch sehr viel Geld damit gemacht. Ein Film, der alles bietet, was sich Oscar-Juroren wünschen.

Jennifer Lawrence verkörpert diese Joy Mangano, die aus dem Nichts kommt, Kind geschiedener Eltern und von ihrem eigenen Ehemann geschieden ist. Ihre zwei eigenen Kinder leiden jetzt ebenfalls unter der Trennung der Eltern – dabei wohnt ihr Ex (Édgar Ramirez) jetzt im Keller. Der gescheiterte Latino-Sänger hat kein Geld. Joys Mutter (Virginia Madsen) schaut gefrustet den ganzen Tag TV-Soaps im Schlafzimmer. Und ihr Vater (Robert De Niro) tröstet sich mit einer Affäre nach der anderen. Isabella Rossellini als reiche Witwe, steht unter anderem für ein Online-Dating zur Verfügung. Stoff genug für eine schrille Screwball-Komödie.

Dabei soll es natürlich nicht bleiben. Es muss sich ja etwas entscheidendes ändern in Joys Leben. Durch einen blöden Zufall an Bord einer Segelyacht, kommt der jungen Frau die rettende Idee. Warum sich beim aufwischen die Hände schmutzig machen oder gar blutig (wenn ein Glas in die Brüche gegangen ist)? Also muss ein neuartiger Wischmop her. Joy ist patent genug, um einen automatisch sich auswringenden Feudel zu konstruieren. Das schafft sie auch, man wundert sich, wie ein banales Gerät auf einmal recht faszinierend wirken kann. Auf Banker zu dem Zeitpunkt allerdings nicht – es gibt keine Kredite. Es sind also noch viele Hürden zu überwinden für die toughe Frau.

Auf dem Weg zu ihrer Selbstverwirklichung heißt eine Hürde QVC, ja bei uns auch schon bekannt, ein Shopping-Kanal. Und kein geringerer als Bradley Cooper – vor kurzem noch 3-Sterne-Koch im „Rausch der Sterne“ – gibt den Aufnahmeleiter. Ein spannendes Melodram ist nun an der Reihe. Russell baut dabei geschickt unterschiedliche Fallgruben in Joys Weg ein. Aber dem Regisseur geht ebenso darum, über die Fallgruben unterschiedlicher Genres zu springen. Ins Stolpern kommt er an manchen Stellen doch.

Gegen Schluss, man ahnt es bereits, ist Joy eine Erfinderin der eigenen Biographie und der persönlichen, erfolgreichen Selbstvermarktung. Die Spitze eines Geschäftsimperiums ist erreicht und der Traum Wirklichkeit. Dabei hat sie wenigstens nie ihr Charisma verloren. Das gehört wohl dazu, zum Gründer-Mythos. Jedenfalls macht sich das ganz gut, wie der kürzere Haarschnitt und die Sonnenbrille. Schließlich gönnt man es ihr ja – wie möglicherweise einen weiteren Oscar für Jennifer Lawrence. Es wäre der zweite für die 25-jährige Schauspielerin.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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