Meine Zeit mit Cézanne


meine-zeit-mit-cezanne-prokinoDer Film von Danièle Thompson schildert in Etappen die schwierige Freundschaft zwischen dem Maler Paul Cézanne (Guillaume Gallienne) und dem Autor Émile Zola (Guillaume Canet). Die Handlung spielt – das paßt zufällig zum Trend – im sonnigen Südfrankreich, in der Provence. Von Vorteil wäre schon gewisser biographischer Background. Dann läßt es sich besser eintauchen in die Welt des 19. Jahrhunderts und die Dialoge eindeutiger verstehen. Eine spannend-atmosphärische Reise in Tiefen und Abgründe, deren liebevolle Ausstattung und visuelle Kraft überzeugen kann

OT: Cézanne et moi

Frankreich 2016

Buch + Regie: Danièle Thompson

Darsteller: Guillaume Gallienne, Guillaume Canet, Alice Pol, Déborah Francois, Sabine Azéma, Gérard Meylan, Laurent Stocker, Isabelle Candelier, Freya Mayor

Länge: 113 Minuten

Verleih: Prokino

Kinostart: 6. Oktober 2016

Émile Zola, Sohn italienischer Einwanderer lernt Paul Cézanne, den Spross einer reichen Familie während der Schulzeit im südfranzösischem Aix-en-Provence kennen. Sie verstehen sich auf Anhieb und geben sich ihren Visionen hin, wobei sie alles teilen. Neben der Liebe zu Kunst hängen sie den gleichen Begierden, Hoffnungen und Sehnsüchten nach – einschließlich Alexandrine (Alice Pol), der Frau die von beiden geliebt wird und die Émile schließlich heiratet.

Meine Zeit mit Cézanne - Prokano

Meine Zeit mit Cézanne – Prokino

Als die beiden Freunde die Provence als zu eng empfinden, suchen sie die Künstlerkreise am Monmartre in Paris auf, immer von ihrem Ziel getrieben, mit ihren Talenten an die Spitze zu gelangen. Das gelingt zunächst Émile, der es schon bald zu Anerkennung und Vermögen bringt. Pauls Gemälde haben dagegen noch eine lange Durststrecke vor sich. Und die Freundschaft wird allmählich auch etlichen Spannungen unterworfen. Das frühere Rebellentum richtet sich nun gegeneinander. Werden die beiden Jahrhundert-Künstler sich noch einmal versöhnen?

Daniéle Thompson hat die beiden Genies vom Sockel geholt und zwei junge Menschen mit all ihren Schwächen, Träumen und Sorgen in Szene gesetzt, die noch nicht wissen, was aus ihnen einmal wird und deren Alltag sich kaum von denen anderer junger Leute unterscheidet. Künstler, bei denen der Ruhm und damit die Anerkennung zu gänzlich unterschiedlichen Zeiten ihres Lebens eintreten, die alles geteilt haben und letztlich die Erfahrung machen, dass auch eine tiefe Freundschaft von den Tücken des Leben zerstört werden kann. Gleichzeitig erhält der Zuschauer einen Spiegel der Zeit des Impressionismus im 19. Jahrhundert vor Augen geführt. Gewisse Vorkenntnisse wären allerdings von Vorteil.

Dies hat die Regisseurin mit den unterschiedlichen Lichtverhältnissen – Paris Schatten – Provence helles Licht – alleine schon optisch dargestellt. Und ein hervorragendes Schauspieler-Ensemble haucht gekonnt der Geschichte Leben ein.

Heinz-Jürgen Rippert

 

 

 

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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