Die Tänzerin


Die Tänzerin - Prokino

Die Tänzerin – Prokino

Sie dürfte hauptsächlich nur Insidern bekannt sein, die Tänzerin Loie Fuller, Star der Belle Epoque. Dabei wurde die Kunst der Amerikanerin erst in Europa zum Leben erweckt. Ihr Vater war Rodeoreiter und kam gewaltsam ums Leben. Dann erste Tanzaufführungen in New York. Der Durchbruch schließlich in Frankreich. Ihre spezielle Kunst war eine Symphonie aus fließenden Bewegungen, Licht und Farben. Ein Biopic von Stéphanie di Giusto

OT: La Danseuse

Frankreich 2015

Regie + Drehbuch: Stéphanie di Giusto – frei nach dem Roman „Loie Fuller, danseuse de la Belle Epoque“ von Giovanni Lista

Darsteller: Soko, Gaspard Ulliel, Lily-Rose Depp, Mélanie Thierry, Francois Damiens, Lois-Do de Lencquesaing, Amanda Plummer, Denis Ménochet

Länge: 111 Minuten

Verleih: Prokino Filmverleih

Kinostart: 3. November 2016

Sie ist mit ihrem Vater, einem Rodeoreiter, durch den amerikanischen Mittelwesten gereist, bis er gewaltsam ums Leben kam. Banditen haben ihn in der Badewanne erschossen. Dann steht Loie Fuller alleine da, fährt nach New York zu ihrer Mutter, die streng puritanisch lebt und die „Hirngespinste“ Loies ablehnt. Doch die junge Frau setzt sich durch, auch wenn ihre Anfänge ins Halbseidene reichen und ziemlich bescheiden sind. Model für erotische Fotos, Auftritte in Burlesque-Shows, Operetten, bei lyrischen Pantomimen und in Varietés. Sie kämpft sich durch dieses Auf und Ab und landet 1892 schließlich in Paris.

Die Tänzerin - Prokino

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Diese an sich schon geballte Biographie hätte schon einen Film gefüllt. Stéphanie di Giusto hat sich darauf beschränkt, einiges davon nur anzureißen – das gleiche gilt für ihr amouröses Leben beziehungsweise für die für sie wichtigen Personen. Da ist der depressiv-veranlagte Graf Louis Dorsay (Gaspard Ulliel), der sie bewundert und finanziell unterstützt, und die verführerische Isadora Duncan (dargestellt von Johnny Depps Tochter (Lily-Rose Depp), die jung und ehrgeizig ist – und sie dreist ausnutzt.

Die Tänzerin - Prokino

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All das geht nicht in die Tiefe, schrammt nur die Oberfläche, bis – und jetzt wird es erst interessant – die Geschichte das eigentliche Thema einkreist: Die neuartige Tanztechnik, an der Loie Fuller schon seit Jahren feilt. Sie hat sich immer Notizen gemacht, Kleider und Bewegungsabläufe gezeichnet und diese trainiert. Faszinierende Aufnahmen sind dabei herausgekommen. Die Lichtführung ist gleichfalls immer in Bewegung, eine fließende Choreographie entsteht dadurch. Die langen Stoffbahnen, die Fuller mit eingenähten Holzstäben verlängert hat, versetzt der Performance eine in rhythmische Schwingungen geratende Visualisierung des Jugendstils. Ein Rausch. Alleine deswegen ist der Film sehenswert.

Übrigens ist es möglich, dass einem beim Zuschauen die berühmte Rolls Royce-Kühlerfigur einfällt. Die heißt Emily. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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