Marie Curie


Marie Curie - NFP

Marie Curie – NFP

Sie hat zwei Nobelpreise bekommen und sich als erste Frau in der Forschung und Lehre emanzipiert. Über die Physikerin Marie Curie sind schon viele Filme gedreht worden. Marie Noelle hat sich jetzt in ihrem Film mehr dem Psychogramm der berühmten Polin gewidmet und deren Liebesleben unter die Lupe genommen, zumindest versucht ihr in dieser Hinsicht nahe zu kommen. Marie Curie lässt des öfteren die Hüllen fallen

Frankreich/Polen/Deutschland 2016

Regie: Marie Noelle

Buch: Marie Noelle, Andrea Stoll

Darsteller: Karolina Gruszka, Arieh Worthalter, Charles Berling, André Wilms, Samuel Finzi, Iza Kuna, Malik Zidi, Marie Denarnaud, Daniel Olbrychski

Länge: 95 Minuten

Verleih: NFP marketing & distribution

Kinostart: 1. Dezember 2016

Marie Curie, die aus Polen stammt (Mädchenname: Marie Sklodowski), hat – soweit bekannt – 1903 zusammen mit ihrem Mann Pierre Curie (Charles Berling) und Henri Becquerel den Nobelpreis für Physik bekommen. Sie haben in Paris die Elemente Radium und Polonium sowie den Zusammenhang mit der Radioaktivität entdeckt. Die gemeinsame Freude währt nicht lange. Als Pierre bei einem Unfall ums Leben kommt, ist Marie mit ihren beiden Kindern alleine. Sie macht weiter, beißt sich durch den rein männlichen Wissenschaftsbetrieb der Universität, lässt sich nicht entmutigen und wird zusätzlich 1911 mit dem Nobelpreis für Chemie gekrönt.

Marie Curie - NFP

Marie Curie – NFP

Marie Noelle hat vieles von der Atmosphäre jener Zeit einfangen können. Karolina Gruszka ist mit ihrer Ausstrahlung eine passende Besetzung in der Rolle der Marie Curie. Über die Forschung im Labor bekommt man allerdings nur am Rande etwas mit. Laborgeräte sind interessante Accessoires, mehr nicht. Die partnerschaftliche Kooperation ist ebenfalls recht dünn dargestellt.

Vielmehr liegt der Schwerpunkt in wichtigen Szenen des emanzipatorischen Kampfes der couragierten Frau um eine Professur der Sorbonne Universität. Sie will genauso gestellt sein wie ihre männlichen Kollegen, das ist ihr gutes Recht und dafür braucht sie viel Kraft, die durch den Umgang mit den radioaktiven Stoffen schon gelitten hat. Der Chemie-Nobelpreis sollte ihre Stellung stärken. Das wirft zumindest einen kritischen Blick auf die Belle Epoque.

In Noelles Film wird neben diesen Aspekten Sinnlichkeit und Erotik hervorgehoben. Marie stürzt sich bald nach dem Tod ihres Mannes in eine Liebesaffäre mit ihrem (schönen) verheirateten Kollegen Paul Langevin (Arieh Worthalter). Dafür lässt Marie auch gerne mal die Hüllen fallen. Ein Skandal in dieser Zeit. Immerhin, eine Nobelpreisträgerin mal ganz nackt, könnte das Credo dieser unausgegorenen Geschichte lauten.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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