Einfach das Ende der Welt


Einfach das Ende der Welt - KSM

Einfach das Ende der Welt – Weltkino

Das frankokanadische Regie-Wunder Xavier Dolan hat französische Top-Schauspieler über den Atlantik geholt, um ein Theaterstück von Jean-Luc Lagarce zu verfilmen. Es ist die Geschichte eines erfolgreichen Autors, der nach 12 Jahren wieder in die heimatliche Provinz kommt, um den Frieden mit seiner Familie zu finden, weil er nicht mehr lange leben wird. Mit Nathalie Baye, Vincent Cassel, Marion Cotillard und Léa Seydoux

OT: Just la Fin du Monde

Kanada/Frankreich 2016

Buch + Regie: Xavier Dolan – nach einem Theaterstück von Jean-Luc Lagarce

Darsteller: Gaspard Ulliel, Vincent Cassel, Nathalie Baye, Marion Cotillard, Léa Seydoux, Antoine Desrochers

Länge: 95 Minuten

Verleih: Weltkino

Kinostart: 29. Dezember 2016

Der 27jährige Erfolgsregisseur Xavier Dolan bringt nun schon seinen 7. Spielfilm in die Kinos. Um Konflikte zwischen Mutter und Sohn drehten sich bisher überwiegend seine Sujets. Jetzt rückt eine ganze Familie in den Mittelpunkt, insbesondere doch ein Sohn, der seine Familie in der kanadischen Provinz besuchen will – nach 12 Jahren.

Einfach das Ende der Welt - Weltkino

Einfach das Ende der Welt – Weltkino

Louis (Gaspard Ulliel) hat es in der Gr0ßstadt zum erfolgreichen Autor gebracht und möchte nun überraschend seine Familie wieder sehen. Er weiß, dass er todkrank ist und nicht mehr lange leben wird. Sein Besuch soll also ein Abschied sein – verständlich, wenn man langer Zeit unter diesen Umständen seinen Frieden mit der Familie machen will.

Aber er trifft auf eine sich entfremdende, krisengeschüttelte Familie. Alle reden aneinander vorbei, seine Mutter (Nathalie Baye), seine jüngere Schwester (Léa Seydoux), sein Bruder (Vincent Cassel) und seine Schwägerin (Marion Cotillard). Freude über das Wiedersehen mit dem Verlorengegangenen wird allmählich zur Lösung des Frusts über den Arrivierten. Es bricht vieles hervor. Die kleine Schwester hätte ihn so sehr gebraucht. Sein Bruder leidet unter dem Verlust des Selbstwertgefühls – er der kleine Handwerker, Bruderherz der große, erfolgreiche Schriftsteller. Damit kommt er nicht klar. Seine Frau, still, introvertiert, versucht den ihr kaum bekannten Gast zu verstehen. Und die Glucke der Familie, die grelle Mutter (Nathalie Baye), versucht mit Lautstärke den Laden zusammen zu halten, mit wenig Erfolg, wie man sehen wird.

Überhaupt Lautstärke. Sie dominiert, genau wie das Ansinnen, dem anderen ins Wort zu fallen und ihn nicht ausreden zu lassen. Das Hauptübel der Familien-Beziehungen wird sichtbar: Die Unfähigkeit zur Kommunikation. Und Louis kommt gar nicht dazu, den Grund seines Besuchs zu formulieren. Ein Theaterstück als filmisches Kammerspiel, das eigentlich keines mehr ist. Bleibt die Frage, was eigentlich Vincent Cassel umtreibt – der Schrillste der Protagonisten. Was der wohl immer nimmt? Es wäre interessant, das mal zu erfahren.

Und Xavier Dolan wollte etwas Spektakuläres aus dem Stoff machen – was das sein soll, bleibt im Nebulösen. Die Jury in Cannes jedenfalls, muss da anscheinend irgendetwas erkannt haben und verlieh dem Jungregisseur den Grand Prix der Jury.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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