Suburra


Suburra - Koch Films

Suburra – Koch Films

Rom hinter der Postenkartenidylle – ein Kriegsschauplatz für Kirche, Politik, miesen Geschäften der unterschiedlichsten mafiösen Banden, ungeschminkt, voller Korruption, Verrat und Rache, ausgefochten mit brutalen Mitteln. Die Beteiligten sind bereit, jederzeit über Leichen zu gehen, Geschacher hinten und vorne. Das ist der Plot nach einem Roman von Giancarlo de Cataldo und Carlo Bonini. Absolut spannendes und unvorhersehbares Kino

Italien/Frankreich 2015

Regie: Stefano Sollima

Buch: Sandro Petraglia, Stefano Rulli, Carlo Bonini, Giancarlo de Cataldo

Darsteller: Pierfrancesco Favino, Jean-Hugues Anglade, Greta Scarano, Elio Germano, Guila Gorietti, Claudio Amendola, Alessandro Borghi

Länge: 130 Minuten

Verleih: Koch Films

Kinostart: 26. Januar 2017

Im antiken Rom wurde ein verrufenes Stadtviertel Suburra genannt. Das Rotlichtviertel gewissermaßen, wo Arm und Reich miteinander verkehrten. Nicht nur zum Vergnügen, sondern auch um zweifelhafte Geschäfte zu machen.

Suburra in der heutigen Zeit ist viel breiter aufgefächert. Es ist quasi überall in Rom. Und so beginnt die Geschichte im Vatikan. Der Papst (vermutlich Ratzinger) betet in einem Raum und der Zuschauer wird informiert, dass es noch sieben Tage bis zur Apokalypse sind. Ein getragener Klangteppich wabert über das Geschehen. Der Papst teilt soeben einem Priester seine Rücktrittsabsicht mit. Die Vatikan-Bank ist nicht weit. Kardinal Berchet (Jean-Hugues Anglade), der engste Verbindungen zur Bank hat, kungelt mit Würdenträgern des Staatsapparates.

Suburra - Koch Films

Suburra – Koch Films

Im italienischen Parlament triumphiert derweil der konservative Parlamentarier Filippo Malgradi (Pierfrancesco Favino), weil er notwendige Stimmen für die Abstimmung über ein umstrittenes Casino-Projekt in Ostia an der Küste gewinnen konnte. Der korrupte Politiker feiert in der folgenden Nacht seinen Erfolg mit zwei Prostituierten in einem Luxus-Hotel. Drogen und Sex, mehr als genug, und die jüngere der beiden Frauen überlebt das nicht – Malgradi schert sich nicht darum und erteilt der anderen Gespielin die Order, die Leiche möglichst unauffällig zu beseitigen. Das alles bei prasselndem Regen auf Roms Dächer. Gewissermaßen ein Vorbote der angekündigten Apokalypse in sieben Tagen.

Die besagte Frau ruft einen Freund zu Hilfe, der Mitglied eines Zigeuner-Clans ist, der mit allen Mitteln versucht, in Rom Fuß zu fassen. Damit wird eine Lawine von Gewalt ausgelöst, die der Pate von Rom, genannt der „Samurai“, in den Griff zu kriegen versucht, indem er ebenfalls über Leichen geht. Er versucht, um nichts anderes geht es ihm, den Immobilien-Deal zu retten. Suburra ist wirklich überall. Und tut nur noch weh.

Das macht den Politthriller sehenswert. Es ist die ungeschminkte Authentizität, die einem beim Zuschauen packt. Düstere Stimmungen, Realismus – unterstützt durch kontrastreiche Lichtsetzung, elektronischer Synthesizer-Sound, der die Atmosphäre verdichtet. Vor allem aber gekonnte Darstellerleistungen.

Übrigens, sieben Tage später trat Silvio Berlusconi zurück. Das gehört dennoch nicht zum Film.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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