Kundschafter des Friedens


Kundschafter des Friedens - Majestic Filmverleih

Kundschafter des Friedens – Majestic Filmverleih

Vier DDR-Altstars voller Spiellaune vor der Kamera: Henry Hübchen, Michael Gwisdek, Thomas Thieme und Winfried Glatzeder. Vier Ex-DDR-Agenten mimen sie, die dem Bundesnachrichtendienst aus der Klemme helfen sollen. Aber bitte nur analog. Diese Agentenkomödie von Robert Thalheim verspricht kurzweilige Unterhaltung und hält das auch

Deutschland 2017

Buch + Regie: Robert Thalheim

Darsteller: Henry Hübchen, Michael Gwisdek, Thomas Thieme, Winfried Glatzeder, Antje Traue, Jürgen Prochnow

Länge: 90 Minuten

Verleih: Majestic Filmverleih

Kinostart: 26. Januar 2017

Zunächst einmal: Den Begriff „Kundschafter des Friedens“ gab es wirklich in der DDR. Es war die offizielle Bezeichnung für Agenten des MfS (Ministerium für Staatssicherheit) im Auslandseinsatz.

Kundschafter des Friedens - Majestic Filmverleih

Kundschafter des Friedens – Majestic Filmverleih

Das ist ja nun schon seit rund dreißig Jahren Geschichte. Ehemalige Top-Auslandsagenten der DDR fristen nun mehr oder weniger zufrieden ihren Ruhestand. Jochen Falk (Henry Hübchen) ist so ein Ex-Zonen-Bond, der vormittags in abgetragenen Klamotten die ersten Bierchen des Tages kauft. Was ihm gar nicht auffällt – wer denkt da jetzt noch dran? Der BND (Bundesnachrichtendienst) ist hinter ihm her. Er wird nämlich gebraucht, weil er „Katschekistan“, irgendwo im fernen Zentralasien, von früheren Einsätzen her kennt, und gute Kontakte zum KGB hat. Und weil modernste Aufklärungstechniken bei diesem Fall versagen. Dafür nun alte Stasi-Rentner. Diesen Coup kann man eigentlich nur in einer Posse landen.

Robert Thalheim, der sich nicht nur für gebrochene Biographien der DDR interessiert, greift auch in die Filmkiste der 60er und 7oer Jahre und hat „Die glorreichen Sieben“ im Blick, als er die Rekrutierung des restlichen Teams inszeniert: Jacky (Michael Gwisdek) und Locke (Thomas Thieme), später noch der Ex-Romeo-Agent Harry (Winfried Glatzeder). Ehemalige MfS-Kundschafter-Stars und gleichzeitig ehemalige DDR-Bühnen- und Filmstars – die im übrigen längst in der vereinten Republik reüssiert haben.

Die Einführung der „Helden“ haben die Macher als sogenannte Splitscreens konstruiert, retrofarbig, rasant, mit lässig-dynamischem Soundtrack untermalt – ebenfalls eine Huldigung an die Sixties und Seventies.

Vor allem. Die Protagonisten durften in der Kiste schauspielerischer Stilmittel wie Dialog-Witz, Komik, Selbstironie und Coolness greifen, die sie voller Spiellaune anwenden, wobei der Widerspruch zwischen Selbstüberschätzung und Realität ein erfolgreicher Kniff ist. Das macht nicht nur den Darstellern Spaß, sondern auch dem Zuschauer. Geiselnahme, Sprengkörper-Entschärfung und dergleichen müssen natürlich dabei sein. Manches Abgleiten in den leidigen Klamauk – gegen Schluss – ist dafür überflüssig.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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