Erzähl es niemandem!


Erzähl es niemandem! - RealFiction Filmverleih

Erzähl es niemandem! – RealFiction Filmverleih

Klaus Martens hat einen Dokumentarfilm über die ungewöhnliche Liebe zwischen einer 19-jährigen Norwegerin und einem deutschen Besatzungs-Soldaten gedreht. Eine Liebesgeschichte, die 1942 in Harstad bei Narvik begann und die ein trauriges Geheimnis barg. 2012 fliegt Lilian Berthung Crott zum Polarkreis, dabei die Urne mit der Asche Helmut Crotts. Sie hat es ihrem Mann versprochen. Ihre Tochter Randi Crott hat ein erfolgreiches Sachbuch über das leidgeprüfte Leben ihrer Eltern geschrieben. Grundlage für die Idee zu diesem Film

Deutschland/Norwegen/Dänemark/Tschechien 2017

Buch + Regie: Klaus Martens

Länge: 90 Minuten

Verleih: RealFiction Filmverleih

Kinostart: 2. Februar 2017

Unzählige Schicksale des 2. Weltkrieges haben seelische Wunden geschlagen, die Jahrzehnte brauchten, um zu heilen – wenn überhaupt. Kaum beachtet und öffentlich verarbeitet dagegen intime Kontakte zwischen den Feinden. Da gab es die Liebschaften zwischen Norwegerinnen und deutschen Besatzungssoldaten – nach Schätzungen etwa 50000 – die einer hasserfüllten Stigmatisierung ausgesetzt waren, sofern sie ans Tageslicht kamen.

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1942 lernen sich Lilian Berthung und Helmut Crott aus Wuppertal in Harstad bei Narvik kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Aber die Bekanntschaft müssen sie geheim halten. Denn amouröse Kontakte gelten als Verrat. Die Treffen sind immer von der Angst begleitet, entdeckt zu werden. Als Lilian erfährt, dass eine jüdische Familie aus dem Dorf deportiert worden ist, will sie die Beziehung zu Helmut sofort beenden. Sie stellt ihn zur Rede und erfährt von Helmut, unter der Voraussetzung, dass sie schweigt, das Familiengeheimnis der Familie Crott.

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Die Mutter Helmut Crotts ist auch Jüdin und deshalb ist er zur Wehrmacht gegangen, denn seine Uniform schützt die Familie – bis jetzt. Da verspricht Lilian, immer bei ihm zu bleiben. Die Liebe hat den Krieg überdauert.

Lilian folgt ihm nach Deutschland. Der Krieg ist zu Ende, Helmut gerät in amerikanische Gefangenschaft und muss erfahren, dass seine Mutter in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert worden ist. Sie hat den Nazi-Terror überleben können. Nordnorwegen – die Region Finnmark speziell – ist vor der Kapitulation von der Wehrmacht niedergebrannt worden, mitsamt dem ganzen Vieh.

1951 ist dann ihre Tochter Randi in Wuppertal zur Welt gekommen. Sie ist Radio- und Fernseh-Journalistin geworden – und heute mit dem Regisseur dieses Films, Klaus Martens, verheiratet. Helmut Crott ist 2008 gestorben und Randi erfährt erst jetzt von dem Schicksal ihrer Eltern. Das Schweigen ist entgültig gebrochen. Lilian fühlt sich nicht mehr an das damalige Versprechen gebunden. Sie schreiben zwei Jahre nach dem Tod Helmuts ein Buch darüber. Titel: „Erzähl es niemandem“.

Ein anderes Versprechen hat Lilian auch eingelöst. 2012 fliegt sie mit der Asche ihres Mannes nach Narvik, um die Urne dort zu begraben, wo sie sich zum ersten Mal begegnet sind. Die Kamera ist dabei und Klaus Martens nimmt diese Begebenheit als Dreh- und Angelpunkt für seinen Film. Die Aufnahmen im Schnee, der Landschaft, man kennt solche Szenerien. Das ist nichts Neues. Lilian, inzwischen hochbetagt, erzählt und zeigt uns die markanten Orte ihres Lebens. Vieles wird dazu aus dem Off gelesen, aus der Buchvorlage. Interessant sind vor allem Ausschnitte aus dem Propagandafilm „Kampf um Norwegen“, die allerdings nur einen Rahmen bilden können. Viel Filmmaterial ist eben nicht vorhanden.

Aber der Inhalt, die Aussage über das kleine Licht in dem grausamen Krieg, das Licht der Menschlichkeit, der Wärme und der Zivilcourage dieser deutsch-norwegischen Liebe berührt auf jeden Fall. Das alleine genügt schon.

Heinz-Jürgen Rippert

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Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
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