A United Kingdom


A United Kingdom – Alamode Film Verleih

London 1947. Eine englische Büroangestellte lernt einen afrikanischen Studenten kennen. Der Beginn einer großen Liebe. Und gleichzeitig der Anfang eines Kampfes um diese Liebe und nicht nur darum. Der junge Mann stammt nämlich aus Bechuanaland (dem heutigen Botswana) und soll dort den Thron einnehmen. Das kleine Land im südlichen Afrika ist britisches Protektorat, wo die Apartheid genauso herrscht wie im angrenzenden Südafrika. Diplomatische Querelen sind vorprogrammiert. Es geht schließlich um Rohstoffe – und um eine wahre, fast märchenhafte Geschichte

Großbritannien/Tschechien 2016

Regie: Amma Asante

Buch: Guy Hibbert

Darsteller: David Oyelowo, Rosamund Pike, Jack Davenport, Tom Felton, Terry Pheto, Laura Carmichael, Jessica Oyelowo

Länge: 111 Minuten

Verleih: Alamode Film

Kinostart: 30. März 2017

Es beginnt mit einem Tanzabend. Swing wird gespielt und die Londoner Büroangestellte Ruth Williams (Rosamund Pike) lernt den Jura-Studenten Seretse Khama (David Oyelowo) kennen. Eigentlich wollte Ruth nur ihre Schwester Muriel (Laura Carmichael) zu dieser Veranstaltung begleiten und ist dabei ihrer großen Liebe über den Weg gelaufen, dem zukünftigen Regenten von Bechuanaland, dem heutigen Botswana.

A United Kingdom – Alamode Film Verleih

Die Hindernisse, die auf Ruth und Seretse zukommen, haben beide nicht absehen können. Rassismus im Londoner Alltag mit Pöbeleien und Beleidigungen. Das kommt einem doch irgendwie aktuell vor. Wir befinden uns aber hier im auslaufenden vierten Jahrzehnt des letzten Jahrhunderts und das British Empire beginnt langsam zu bröckeln, anders ausgedrückt, Großbritannien schwimmen allmählich die Felle weg. Die Weltlage ändert sich und die Regierung wertet es als diplomatische Provokation, wenn sich eine gemischt-rassige Ehe von dieser Tragweite anbahnt. Und Ruths Vater bricht mit seiner Tochter.

Denn gerade ein Jahr vorher, 1948, ist das Apartheid-System im benachbarten Südafrika installiert worden. Großbritannien ist nämlich von den dortigen Bodenschätzen abhängig. Bechuanaland hat den Status eines britischen Protektorates. Diplomatische Querelen bis hin zu Intrigen auf höchster Ebene sind also vorprogrammiert. Ruth und Seretse bekommen das bitter zu spüren, mit allen Mitteln versuchen die arroganten Machtinhaber, ihre Ziele durchzusetzen.

A United Kingdom – Alamode Film Verleih

Umgekehrt ist die Situation auch nicht besser. Das Paar wird feindselig in Seretses Heimat empfangen und sein einflussreicher Onkel Tshekedi Khama versucht die geplante Thronfolge zu hintertreiben. Es ist dem feinfühligen Geschick von Ruth zu verdanken, dass sie den umgekehrten Rassenhass dort allmählich abbauen und eine Akzeptanz bei der Bevölkerung aufbauen kann. Auf Privilegien wollen sie sogar verzichten. Damit gewinnt ihr Mann ebenfalls den Respekt seiner Landsleute. Sie unterstützen ihn bei der Abstimmung über die Zukunft – sehr zum Ärger seines Onkels, der sich nun zurückzieht.

Die Briten versuchen das Paar zu trennen. Seretse wird nach London beordert, wo man ihm eröffnet, seine Heimat fünf Jahre nicht mehr betreten zu dürfen. Er geht an die Öffentlichkeit und gewinnt einen Teil der Abgeordneten und kann Bechuanaland sogar die Schürfrechte für eventuelle Bodenschätze sichern und darf zudem für eine Woche nach Hause fliegen. Dort gelingt es ihm, sich wieder mit seinem Onkel versöhnen, weil er auf die Thronfolge verzichtet, und dadurch im Land bleiben kann. Ministerpräsident wird er dafür künftig sein und mit Ruth vier Kinder haben.

Klingt wie ein Märchen, ist aber keins. Der afrikanisch-stämmigen Engländerin Amma Asante („Dido Elizabeth Belle“) ist es vielmehr gelungen, eine historische Begebenheit mit einer tatsächlichen privaten Ebene zu verbinden. Konventionell gestrickt, solide gemacht, aber von unprätentiösen und hervorragenden Schauspielern wie David Oyelowo und Rosamund Pike getragen. Die verschiedenen Spannungskurven wie auch die emotionalen Schwankungen haben gerade sie wunderbar austarieren können. Ein Melodram voller Romantik, Leid und Triumph oder anders formuliert, ein Film für Herz und Hirn.

Heinz-Jürgen Rippert

 

Advertisements

Über heinzjuer13

Film- und Musikfan, Naturfreund
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s